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Deutsche Systemhäuser erhöhen Gehälter und investieren in KI-Kompetenz

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Die SYNAXON Akademie hat die dritte Ausgabe ihres IT-Gehaltsspiegels veröffentlicht. Die Auswertung von 206 Unternehmen aus dem Partnernetzwerk der deutschen Verbundgruppe zeigt steigende Gehälter im IT-Support, einen wachsenden Bedarf an KI-Kompetenzen und veränderte Recruiting-Strategien.




Fotos:Synaxon Akademie
Fotos:Synaxon Akademie

Die Vergütung in IT-Systemhäusern ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Das geht aus dem aktuellen IT-Gehaltsspiegel 2026 der SYNAXON Akademie hervor. Die Studie basiert auf Daten deutscher IT-Systemhäuser. Angesichts vergleichbarer Herausforderungen bei Fachkräftemangel, Digitalisierung und KI-Kompetenz bieten die Ergebnisse jedoch auch für österreichische IT-Dienstleister interessante Orientierungspunkte. Die Erhebung basiert auf einer Partnerumfrage unter 206 Unternehmen und soll insbesondere kleinen und mittelständischen IT-Dienstleistern eine Orientierung bei Gehaltsstrukturen, Personalentwicklung und Recruiting bieten.


Gehaltstransparenz als Orientierung für den Mittelstand


Nach Angaben der Initiatoren liegt der Schwerpunkt der Auswertung auf praxisnahen Vergleichsdaten aus dem IT-Mittelstand. Mehr als 90 Prozent der teilnehmenden Betriebe beschäftigen weniger als 50 Mitarbeitende. Damit unterscheidet sich die Erhebung von allgemeinen Branchenstatistiken, die häufig größere Unternehmensstrukturen abbilden.



Friedrich Pollert, Leiter der SYNAXON Akademie, sieht darin einen besonderen Mehrwert für kleinere Unternehmen:

„Besonders wertvoll ist die Auswertung für den Mittelstand, da über 90 % der Betriebe weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen. Während herkömmliche Statistiken oft nur grobe Branchenschnitte liefern, bietet dieser Spiegel eine präzise Orientierung direkt aus der Praxis der Partnerunternehmen.“

Friedrich Pollert, Leiter der SYNAXON Akademie
Friedrich Pollert, Leiter der SYNAXON Akademie

Gehälter steigen in allen Support-Stufen


Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg der Vergütung über sämtliche Support-Ebenen hinweg. Im 1st-Level-Support liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 40.956 Euro gegenüber 39.027 Euro im Vorjahr. Im 2nd-Level-Support stieg der Durchschnittswert von 46.678 Euro auf 48.974 Euro. Für den 3rd-Level-Support weist die Studie ein durchschnittliches Jahresgehalt von 58.948 Euro aus, nach 58.082 Euro im Jahr 2025.



Parallel dazu gewinnt der Aufbau von Kompetenzen in den Bereichen Automatisierung und Künstliche Intelligenz an Bedeutung. 70,5 Prozent der befragten Unternehmen wollen in den kommenden ein bis drei Jahren entsprechende Fachkenntnisse schaffen oder ausbauen.



Pollert sieht darin eine grundlegende Veränderung der Rolle von IT-Dienstleistern:

„Dass über 70 % unserer Partner den Ausbau von KI-Kompetenzen planen, unterstreicht den Wandel der Branche. IT-Dienstleister müssen sich heute mehr denn je als ‚Trusted Advisor‘ für ihre Kunden etablieren. Es geht längst nicht mehr nur darum, technische Lösungen umzusetzen. Der Mittelstand braucht langfristige, verlässliche Berater, die den Weg durch die digitale Transformation weisen. Dafür ist es unerlässlich, die entsprechende Fachkompetenz im eigenen Haus zu haben. KI ist hierfür kein optionales Extra mehr, sondern ein unverzichtbares Werkzeug für jeden modernen IT-Dienstleister.“

Authentische Recruiting-Wege gewinnen an Bedeutung


Die 40-Stunden-Woche bleibt laut Studie mit 84,5 Prozent weiterhin das dominierende Arbeitszeitmodell. Gleichzeitig bieten rund 46 Prozent der Unternehmen inzwischen Gleitzeitregelungen an. Zu den am häufigsten angebotenen Benefits zählen Dienstwagen mit 79,8 Prozent, die betriebliche Altersvorsorge mit 73,7 Prozent sowie Fahrradleasing mit 54,0 Prozent.



Bei der Personalgewinnung setzen erfolgreiche Unternehmen zunehmend auf eigene Kanäle. Die Unternehmenswebsite wird von den befragten Geschäftsführern mit einer Durchschnittsnote von 2,35 als eines der wirksamsten Recruiting-Instrumente bewertet. Mitarbeiterempfehlungen folgen mit einer Durchschnittsnote von 2,38. Externe Jobbörsen wie Indeed und StepStone erreichen Durchschnittsnoten von 3,56 beziehungsweise 3,63. Recruiting-Agenturen und Headhunter schneiden mit einer Durchschnittsnote von 4,02 am schwächsten ab.


Für Pollert bestätigt dies die Stärken mittelständischer Arbeitgeber:

„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Teure Anzeigen und externe Headhunter sind nicht die Lösung. Wer im Fachkräftemarkt bestehen will, muss Fachkräfte überzeugen, die den Betrieb mitgestalten wollen. Das gelingt vor allem durch gelebte Kultur und echte Identifikation – Werte, die man am besten über die eigene Website und das eigene Team vermittelt. Der Kampf um Talente ist kein Kampf mehr um Lebensläufe, sondern um gemeinsame Ziele. Gerade kleinere IT-Dienstleister haben hier die Chance, gegenüber den ‚Big Playern‘ zu punkten, weil sie viel näher an ihren Mitarbeitern sind und so eine glaubwürdige Brücke bauen können.“

it&d business Redaktion







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