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Österreichs Beschäftigte setzen auf KI und neue berufliche Optionen

vor 6 Tagen
3 Min. Lesezeit

Die Beziehung österreichischer Büroangestellter zur Arbeit verbessert sich, gleichzeitig bleibt Unsicherheit ein prägender Faktor. Laut HP Work Relationship Index 2026 berichten 23 Prozent von einer gesunden Beziehung zur Arbeit, während 60 Prozent einen Jobwechsel derzeit als zu riskant empfinden. Zugleich gewinnen KI, übertragbare Fähigkeiten und zusätzliche Einkommensquellen an Bedeutung.




Fotos: HP
Fotos: HP

Der vierte jährliche HP Work Relationship Index untersucht, wie sich die Beziehung von Beschäftigten zu ihrer Arbeit entwickelt. Die globale Studie umfasst mehr als 19.000 Befragte in 15 Ländern. Die österreichischen Ergebnisse stammen aus einer separaten Online-Erhebung unter 300 Büroangestellten im August 2026.


Demnach berichten 23 Prozent der österreichischen Büroangestellten von einer gesunden Beziehung zur Arbeit. Gegenüber dem HP Work Relationship Index 2025 entspricht das einem Anstieg um fünf Prozentpunkte. Damals lag der Anteil bei 18 Prozent. Gleichzeitig befinden sich weiterhin 38 Prozent der Befragten in der sogenannten kritischen Zone.

Die Ergebnisse zeigen damit eine Verbesserung, gleichzeitig bleibt die Unsicherheit im Arbeitsalltag hoch. Das spiegelt sich unter anderem in der Bereitschaft wider, den Arbeitgeber zu wechseln, aber auch in der Frage, wie Beschäftigte ihre beruflichen Möglichkeiten erweitern.




60 Prozent halten einen Jobwechsel für zu riskant


Das als ‚Job Hugging‘ bezeichnete Phänomen zeigt sich auch in Österreich: 60 Prozent der Büroangestellten geben an, dass es sich derzeit zu riskant anfühlt, ihren Job zu verlassen.. Gleichzeitig versuchen viele Befragte, sich zusätzliche berufliche Optionen zu schaffen.

45 Prozent priorisieren den Aufbau von Fähigkeiten, die sich in unterschiedlichen Jobs einsetzen lassen, gegenüber dem klassischen Aufstieg auf der Karriereleiter. Ein Fünftel der Befragten verfügt bereits über eine zusätzliche Einkommensquelle, beispielsweise durch eine bezahlte Nebentätigkeit oder ein eigenes Projekt. Unter den Büroangestellten der Generation Z liegt dieser Anteil bei 39 Prozent.

„Veränderung ist für viele Beschäftigte längst Teil des Arbeitsalltags. Wenn ein Jobwechsel zugleich als zu riskant empfunden wird, ist es umso wichtiger, Orientierung zu geben und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar zu machen“,

sagt Michael Smetana, Managing Director HP Österreich.



KI-Agenten erreichen den Arbeitsalltag


Parallel dazu nimmt die Nutzung künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz zu. 47 Prozent der österreichischen Büroangestellten geben an, KI bei der Arbeit täglich oder wöchentlich zu verwenden. Im Vorjahr waren es 41 Prozent. Der Anteil jener, die überhaupt keine KI nutzen, sank gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozentpunkte auf 19 Prozent.

46 Prozent der befragten Büroangestellten fallen in die Kategorie der KI-Agenten-Nutzung. Diese umfasst laut Studie Personen, die KI-Agenten und generative KI einsetzen. Bei einer Arbeitsaufgabe oder Frage wendet sich bereits ein Viertel der Befragten zuerst an KI.


Mit der stärkeren Nutzung gehen allerdings auch Sorgen über Veränderungen der eigenen Tätigkeit einher. 36 Prozent der Nutzer von KI-Agenten befürchten, dass ihre Rolle schwieriger zu definieren sein könnte, wenn KI zunehmend Aufgaben übernimmt. Unter Personen, die ausschließlich generative KI nutzen, liegt dieser Wert bei 29 Prozent. Auch die Sorge, durch einen KI-Experten ersetzt zu werden, unterscheidet sich: Sie betrifft 32 Prozent der KI-Agenten-Nutzer und 17 Prozent der Nutzer ausschließlich generativer KI.

„KI entwickelt sich auch in Österreich vom zusätzlichen Werkzeug zu einem festen Bestandteil der Arbeitsorganisation“,

sagt Smetana. Unternehmen müssten deshalb neben der Technologie auch Orientierung und Weiterbildung bereitstellen. Beschäftigte sollten verstehen, wie KI ihre Aufgaben verändert und wo menschliche Fähigkeiten weiterhin gefragt sind.




Beschäftigte erwarten zuverlässigere Technologie


Der Work Relationship Index untersucht auch, welche technologische Unterstützung sich Beschäftigte für ihren Arbeitsalltag wünschen. Für 50 Prozent gehören dazu schnellere und zuverlässigere Geräte. 33 Prozent nennen eine nahtlose Verknüpfung ihrer Arbeitstools.

Jeweils 31 Prozent wünschen sich auf ihre jeweilige Rolle zugeschnittene KI-Tools sowie gemeinsame Wissenssysteme, die den Zugang zu Informationen erleichtern. 28 Prozent nennen Werkzeuge, die sie dabei unterstützen, neue Fähigkeiten zu erlernen und sich während der Arbeit an veränderte Anforderungen anzupassen.


Die globale Analyse des Work Relationship Index kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Vertrauen in die Führung der stärkste Treiber einer gesunden Beziehung zur Arbeit ist. An zweiter Stelle steht die technologische Befähigung.

„Die österreichischen Ergebnisse zeigen sehr konkrete Erwartungen an Technologie: Geräte müssen verlässlich funktionieren, und Lösungen sollen gut zusammenarbeiten“,

sagt Smetana. Digitalisierung sollte aus seiner Sicht daran gemessen werden, ob sie den Arbeitsalltag einfacher und produktiver macht.


Für den globalen HP Work Relationship Index wurden zwischen 15. April und 20. Mai 2026 insgesamt 19.506 Büroangestellte befragt, darunter 15.003 Wissensarbeiter, 3.002 IT-Entscheidungsträger und 1.501 Führungskräfte. Die globale Erhebung umfasste 15 Länder. Die österreichischen Ergebnisse basieren dagegen auf der separaten WRI-Lite-Erhebung mit 300 Büroangestellten. Teilnahmeberechtigt waren Voll- oder Teilzeitbeschäftigte mit mindestens 20 Wochenarbeitsstunden, die mindestens 40 Prozent ihrer Arbeitszeit am Computer verbringen.


it&d business Redaktion



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