KI verlangt neue Zusammenarbeit zwischen HR und IT
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Mit der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz wird die Fähigkeit von Unternehmen, ihre Mitarbeitenden auf neue Anforderungen vorzubereiten, zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Eine aktuelle Studie von Cornerstone zeigt, dass Unternehmen schneller auf Veränderungen reagieren, wenn CIOs und CHROs die Verantwortung für Workforce Readiness gemeinsam übernehmen. Gleichzeitig fehlt diese enge Zusammenarbeit in vielen Organisationen noch.

Künstliche Intelligenz verändert Geschäftsprozesse, Aufgabenprofile und Kompetenzanforderungen in Unternehmen. Damit rückt die sogenannte Workforce Readiness – also die Fähigkeit, Mitarbeitende gezielt und schnell auf neue Anforderungen vorzubereiten – stärker in den Fokus. Der Report „The Board’s New Mandate to CIOs and CHROs“ von Cornerstone, der gemeinsam mit Vanson Bourne erstellt wurde, untersucht, wie Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren. Grundlage der Studie sind die Angaben von 2.000 IT- und HR-Führungskräften weltweit. Die Ergebnisse zeigen, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen CIOs und CHROs den Umgang mit dem KI-bedingten Wandel erleichtert, in vielen Unternehmen jedoch noch nicht etabliert ist.
Gemeinsame Verantwortung beschleunigt Entscheidungen
Laut Studie reagieren Unternehmen schneller auf Veränderungen, wenn strategische Personalplanung nicht ausschließlich im HR-Bereich angesiedelt ist, sondern gemeinsam von CIO und CHRO verantwortet wird. Die befragten Unternehmen berichten in diesem Fall von einer um 13 Prozent höheren Reaktionsgeschwindigkeit. Zudem sind weltweit 67 Prozent dieser Organisationen überzeugt, gut auf Entscheidungen im Tempo des KI-getriebenen Wandels vorbereitet zu sein. In der DACH-Region liegt dieser Anteil bei 87 Prozent.
Trotz dieser Ergebnisse ist ein gemeinsames Führungsmodell bislang eher die Ausnahme. Nur 35 Prozent der befragten HR- und IT-Führungskräfte geben an, Entscheidungen rund um den Einsatz von KI gemeinsam zu treffen. Weniger als die Hälfte (48 Prozent) arbeitet nach eigenen Angaben auf gemeinsame Ziele hin.
Der Transformationsdruck ist dabei hoch. Weltweit berichten 65 Prozent der Führungskräfte von erheblichen Veränderungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate. In der DACH-Region liegt dieser Wert mit 74 Prozent noch höher. Nach Angaben der Befragten führt eine fehlende Abstimmung zwischen HR und IT unter anderem dazu, dass Kompetenzlücken zu langsam geschlossen werden (50 Prozent), Personalentscheidungen verzögert werden (44 Prozent) und Produktivitätsziele verfehlt werden (41 Prozent).
KI verändert Personalplanung und Kompetenzentwicklung
Als wichtigste Veränderungen nennen die befragten Führungskräfte die Einführung von KI-Werkzeugen beziehungsweise KI-gestützten Arbeitsweisen (45 Prozent), neue Anforderungen an die Qualifikationen bestehender Rollen (41 Prozent) sowie steigende Produktivitätserwartungen (35 Prozent).
Die Studie zeigt außerdem Unterschiede zwischen Unternehmen, die KI bereits für ihre strategische Personalplanung einsetzen, und jenen, die darauf verzichten. Organisationen mit KI-Unterstützung geben mehr als doppelt so häufig an, bereits über geeignete Prozesse, Daten und Werkzeuge zu verfügen, um rasch auf Veränderungen reagieren zu können (63 Prozent gegenüber 30 Prozent).
Gleichzeitig sehen viele Unternehmen noch organisatorische Defizite. In der DACH-Region halten 92 Prozent der befragten IT- und HR-Führungskräfte einen gemeinsamen Ansatz für Workforce Readiness für unverzichtbar. Weltweit liegt dieser Wert bei 94 Prozent. Dennoch nennen 54 Prozent eine unzureichende Abstimmung zwischen HR und IT als eine der größten Hürden für datengestützte Personalentscheidungen.
Als weitere Herausforderungen nennt die Studie eine fehlende gemeinsame Planung von KI-Strategie und Personalentwicklung, zu langsame Weiterbildungsprozesse, mangelnde Transparenz über vorhandene und künftig benötigte Kompetenzen, Schwierigkeiten bei der Prognose zukünftiger Rollenprofile sowie fragmentierte Personaldaten.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Datenbasis: 93 Prozent der Unternehmen in der DACH-Region greifen über drei oder mehr unterschiedliche Systeme auf Mitarbeiterdaten zu. Damit liegt die Region über dem weltweiten Durchschnitt von 85 Prozent.
Mitarbeitende wünschen sich mehr Unterstützung
Auch aus Sicht der Beschäftigten besteht Handlungsbedarf. Nach Angaben der Studie berichten 65 Prozent der Mitarbeitenden, dass sich ihre täglichen Aufgaben innerhalb der vergangenen zwölf Monate deutlich verändert haben. Gleichzeitig wünschen sich 89 Prozent mehr Unterstützung durch ihren Arbeitgeber, um mit diesen Veränderungen Schritt halten zu können.
In der DACH-Region fühlen sich lediglich 27 Prozent vollständig auf die Veränderungen ihrer Rolle innerhalb der kommenden zwölf bis 24 Monate vorbereitet. Weltweit liegt dieser Anteil bei 17 Prozent.
Sechs von zehn Beschäftigten beschreiben die Kompetenzentwicklung in ihrem Unternehmen als überwiegend reaktiv. Unterstützung erfolge häufig erst während oder nach Veränderungen. Nur 22 Prozent stimmen der Aussage zu, ausreichend Unterstützung für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung zu erhalten. Gleichzeitig lernen 58 Prozent neue Fähigkeiten, um ihre aktuelle Tätigkeit ausüben zu können, während lediglich 39 Prozent dabei nach eigenen Angaben Unterstützung durch ihre Organisation erhalten.
it&d business Redaktion





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