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76 Prozent erwarten Durchbruch von Physical AI binnen fünf Jahren

vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit

Drei von vier Physical-AI-Entwicklern erwarten, dass die Technologie innerhalb von fünf Jahren in ihrer Branche zum Standard wird. Doch auf den breiten Einsatz sieht nur gut ein Viertel die eigene Volkswirtschaft vorbereitet. Das zeigt eine weltweite Studie unter 4.420 Technologie-Start-ups. Deutschland weist dabei mit 24 Prozent den höchsten Anteil an Start-ups auf, die bereits Physical AI entwickeln.



Fotos: it&d business medien, mit Unterstützung von KI
Fotos: it&d business medien, mit Unterstützung von KI

Für die von Amazon Web Services (AWS) beauftragte Untersuchung befragte das unabhängige Forschungsunternehmen Strand Partners insgesamt 4.420 Technologie-Start-ups in 20 Märkten weltweit. Im Mittelpunkt stand Physical AI – also künstliche Intelligenz, die in Robotern, Drohnen, Fahrzeugen und Industrieanlagen wahrnimmt, entscheidet und handelt.

663 der insgesamt 4.420 befragten Start-ups entwickeln bereits Physical AI. Besonders stark ist die Technologie in etablierten Industriemärkten vertreten. Deutschland liegt mit einem Anteil von 24 Prozent weltweit an der Spitze. Dahinter folgen Japan und Israel mit jeweils 21 Prozent sowie die USA und Südkorea mit jeweils 20 Prozent.



57 Prozent nutzen, testen oder prüfen Physical AI


Die Entwickler beschäftigen sich mit unterschiedlichen technologischen Grundlagen. 55 Prozent arbeiten an Computer Vision und Wahrnehmungstechnologien, 50 Prozent an Sensoren und eingebetteter Hardware.

Physical AI wird aber nicht nur entwickelt. 16 Prozent aller befragten Start-ups setzen bereits Systeme anderer Anbieter ein. Weitere zwölf Prozent testen solche Lösungen und 29 Prozent prüfen einen möglichen Einsatz. Damit beschäftigen sich insgesamt 57 Prozent der befragten Start-ups zumindest mit einer möglichen Nutzung von Physical AI.

Zwischen der technologischen Entwicklung und den Voraussetzungen für einen breiten Einsatz besteht allerdings noch eine deutliche Lücke. Nur 26 Prozent der befragten Physical-AI-Entwickler sind der Ansicht, dass ihre Volkswirtschaft für den Einsatz der Technologie bereit ist.

Gleichzeitig erwarten 76 Prozent, dass Physical AI innerhalb der kommenden fünf Jahre in ihrer jeweiligen Branche zum Standard wird.



Cloud und Simulation gelten als wichtige Grundlagen


Für die weitere Entwicklung von Physical AI spielen nach Einschätzung der befragten Unternehmen verschiedene technologische Voraussetzungen eine wichtige Rolle. 72 Prozent der Entwickler halten Cloud Computing für essenziell.

Simulation und synthetische Daten werden von 62 Prozent als kritisch eingestuft. Beide Bereiche sollen damit zu den Voraussetzungen gehören, die für eine breitere Nutzung der Technologie benötigt werden.

Der Report sieht deshalb nicht nur die technische Entwicklung selbst als entscheidend an. Auch die Voraussetzungen für den Einsatz der Systeme müssen mit der Entwicklung Schritt halten.

Als Handlungsfelder nennt die Studie unter anderem eine höhere Sichtbarkeit durch Pilotprojekte, Live-Demonstrationen und Branchenevents. Hinzu kommen der Aufbau entsprechender Kompetenzen sowie bessere Finanzierungs- und Rahmenbedingungen. Regulatorische Testumgebungen sollen den Weg zum Markt verkürzen. Als weiteres Handlungsfeld wird eine frühe Nachfrage genannt, bei der der Staat als erster Kunde auftreten und Systeme in öffentlichen Diensten und der Infrastruktur einsetzen kann.



70 Prozent erwarten positive Beschäftigungseffekte


Auch für den Arbeitsmarkt erwarten die befragten Physical-AI-Entwickler Veränderungen. 70 Prozent gehen davon aus, dass die Technologie mehr Arbeitsplätze schaffen als ersetzen wird.

86 Prozent rechnen damit, ihre Beschäftigtenzahl innerhalb der kommenden zwei Jahre zu erhöhen. Bei den Entwicklern, die mit einem Wachstum ihrer Belegschaft rechnen, erwarten 59 Prozent, dass mehr als die Hälfte der Neueinstellungen auf technische, ingenieurwissenschaftliche oder handwerkliche Fachkräfte entfällt.


Gleichzeitig zeigt sich bereits ein Engpass bei entsprechend qualifizierten Beschäftigten. 48 Prozent der Physical-AI-Entwickler haben Schwierigkeiten, Fachkräfte für Robotik und Mechatronik zu finden.

Der Report nennt deshalb Umschulung und Weiterbildung für technische und handwerkliche Berufe als eines der zentralen Handlungsfelder. Staat und Wirtschaft sollten entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen finanzieren.

Die Ergebnisse zeichnen damit ein zweigeteiltes Bild: Physical AI wird bereits von einem Teil der Technologie-Start-ups entwickelt, eingesetzt oder getestet, und eine große Mehrheit der Entwickler erwartet eine weitere Verbreitung. Gleichzeitig sieht nur gut ein Viertel die eigene Volkswirtschaft bereits für einen breiten Einsatz gerüstet.




it&d business Redaktion



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