OMV setzt auf datengestützte Personalentscheidungen
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Der Energie- und Chemiekonzern OMV bündelt seine Personaldaten schrittweise in der SAP Business Data Cloud, um Personalanalysen zu vereinfachen und fundiertere Entscheidungen zu ermöglichen. Ziel ist es, HR-Daten zentral bereitzustellen, Self-Service für Führungskräfte auszubauen und künftig Personalbedarf sowie Kompetenzentwicklung datenbasiert zu steuern.

Die Transformation von Geschäftsmodellen stellt viele Unternehmen vor die Aufgabe, ihre Personalstrategie an neue Anforderungen anzupassen. OMV, international tätiger Mineralöl-, Erdgas- und Chemiekonzern mit Sitz in Wien, investiert in nachhaltigere Geschäftsbereiche und richtet damit auch seine Personalorganisation neu aus. Um Personalentscheidungen stärker auf Daten zu stützen, setzt das Unternehmen auf die People-Intelligence-Lösung innerhalb der SAP Business Data Cloud (SAP BDC). Ziel ist es, Erkenntnisse aus Personaldaten für strategische Entscheidungen zu nutzen und den Einsatz qualifizierter Fachkräfte gezielter zu steuern.
Zentrale Datenbasis ersetzt fragmentierte HR-Systeme
Vor der Einführung der SAP Business Data Cloud waren Personaldaten bei OMV auf mehrere Systeme verteilt. Zum Einsatz kamen zwei On-Premises-SAP-HCM-Systeme, SAP SuccessFactors HCM, Microsoft Excel, SharePoint sowie ein ursprünglich für die Finanzkonsolidierung entwickeltes System, das für Personalberichte und die Personalplanung genutzt wurde.
Sollten Führungskräfte über Standardberichte hinausgehende Kennzahlen – etwa zum Personalbestand oder zur Fluktuation – erhalten, mussten HR Business Partner Daten aus unterschiedlichen Quellen manuell zusammenführen, aufbereiten und für Präsentationen bereitstellen. Dieser Prozess war zeitaufwendig, fehleranfällig und band personelle Ressourcen. Gleichzeitig verfügten Führungskräfte über keinen direkten Self-Service-Zugriff auf relevante Personaldaten.
Mit einem strategischen Programm verfolgt OMV das Ziel, die Personalabteilung als globales Kompetenzzentrum weiterzuentwickeln, Services zu standardisieren und Digitalisierung, Automatisierung sowie Self-Service-Angebote auszubauen. Die Einführung der SAP Business Data Cloud bildet dafür die technologische Grundlage.
Einführung in mehreren Ausbaustufen
Die Einführung der neuen Datenplattform erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wurde SAP SuccessFactors HCM mit der SAP Business Data Cloud verbunden, um die Funktionen von People Intelligence produktiv nutzen zu können. Während der Implementierung mussten unter anderem unterschiedliche Authentifizierungsdienste zwischen den bestehenden On-Premises-Systemen und SAP SuccessFactors angeglichen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Daten-Governance. Aufgrund der organisatorischen Rahmenbedingungen und der Mitbestimmung durch den Betriebsrat konnten Personaldaten nicht ohne Weiteres übernommen werden. Daher wurden unter anderem Datenmaskierung, Lesezugriffsprotokollierung sowie identische Berechtigungskonzepte wie in SAP SuccessFactors umgesetzt. Nutzerinnen und Nutzer können dadurch ausschließlich auf jene Daten zugreifen, für die bereits entsprechende Berechtigungen bestehen.
Parallel dazu migriert OMV derzeit seine beiden HCM-Systeme auf SAP S/4HANA. Nach Abschluss dieser Arbeiten sollen SAP SuccessFactors HCM und SAP S/4HANA gemeinsam einen einheitlichen Datenfluss in die SAP Business Data Cloud liefern. In einem weiteren Schritt ist geplant, die bisherige technische Grundlage für das Berichtswesen vollständig abzulösen und SAP BDC als zentrale Plattform für Berichte und Personalplanung einzusetzen.
Dashboards liefern Einblicke in die Belegschaft
Aktuell nutzt OMV innerhalb von People Intelligence insbesondere Funktionen zur Analyse der Zusammensetzung der Belegschaft. Die Lösung stellt konfigurierbare Dashboards bereit, die Informationen zur Größe und Struktur der Belegschaft liefern und sich nach unterschiedlichen Kriterien filtern lassen.
Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an weiteren Anwendungsfällen. Geplant ist unter anderem die Auswertung von Unfalldaten als Personalkennzahl, die Analyse offener Stellen sowie die Messung der Zeit bis zur Besetzung einer Position. Auch das Thema Diversität soll künftig auf Basis einer zentralen Datenplattform ausgewertet werden, da die entsprechenden Informationen bislang auf verschiedene Systeme verteilt sind.
Im Rahmen des SAP-Programms „Forward Deployed Engineering“ entwickelt OMV gemeinsam mit SAP zudem Anwendungsfälle für Schulungen und die Einhaltung von Zertifizierungen. Gerade in Raffinerien sind gültige Sicherheitszertifizierungen Voraussetzung für den Zugang zu Betriebsanlagen. Weitere Vorhaben betreffen die Analyse von Kompetenzen und Personalbeständen.
Perspektive reicht bis zur prädiktiven Personalplanung
Langfristig plant OMV, die SAP-Databricks-Funktionalität innerhalb der SAP Business Data Cloud einzusetzen, um Verfahren des maschinellen Lernens und der prädiktiven Modellierung zu nutzen. Damit sollen künftig Personalbedarfe prognostiziert sowie Kompetenzlücken und personelle Engpässe frühzeitig erkannt werden.
Darüber hinaus will das Unternehmen Lösungen für die Personalbedarfsplanung und die Messung von Lernfortschritten einsetzen, um Investitionen in Mitarbeitende stärker mit messbaren Geschäftsergebnissen zu verknüpfen.
Mit der schrittweisen Konsolidierung seiner HR-Daten verfolgt OMV das Ziel, eine zentrale Datenbasis für das Personalwesen zu schaffen und Führungskräften einen direkten Zugriff auf relevante Kennzahlen zu ermöglichen. Gleichzeitig soll der Übergang von klassischem Berichtswesen hin zu datengetriebenen und künftig prädiktiven Analysen unterstützt werden.
it&d business Redaktion





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