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CHRISTMANN + PFEIFER setzt künftig auf APplus

vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Der Baudienstleister CHRISTMANN + PFEIFER führt APplus von Asseco Solutions als neues ERP-System ein. Damit sollen Beschaffung, Vertrieb und Projektmanagement stärker in einer gemeinsamen Systemlandschaft zusammengeführt und bestehende Drittsysteme angebunden werden. Der Live-Start ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen.



Fotos: Asseco Solutions
Fotos: Asseco Solutions

CHRISTMANN + PFEIFER stellt seine ERP-Landschaft neu auf. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz im hessischen Angelburg hat sich für APplus von Asseco Solutions entschieden. Im Zuge der Umstellung sollen bislang teilweise getrennte Prozesse und Daten stärker zusammengeführt werden.


Der Baudienstleister beschäftigt gut 230 Mitarbeitende an acht Standorten in Deutschland, darunter zwei eigene Fertigungsstätten für Stahlkonstruktionen. Das Leistungsspektrum umfasst Ingenieurs- und Planungsleistungen, Stahlbau, Schlüsselfertigbau, Parkhausbau, Brückenträger und Modulbau. Das Unternehmen übernimmt dabei sowohl einzelne Gewerke als auch die schlüsselfertige Realisierung von Bauprojekten.


Bislang nutzt CHRISTMANN + PFEIFER eine auf Metallverarbeitung spezialisierte Lösung, die vor allem Funktionen für Projektverwaltung und Einkauf bereitstellt. Weitere Aufgaben und Prozesse werden über separate Drittlösungen abgewickelt.



Auswahlprozess begann 2024


Das Unternehmen begründet den Wechsel unter anderem mit gestiegenen Anforderungen an Digitalisierung und Automatisierung.

„Wer künftig beispielsweise KI einsetzen möchte, benötigt dazu einen sauberen, zentralisierten Datenbestand und nahtlose Prozesse“,

sagt Michael Jan Faruga, Projektleiter Digitalisierung bei CHRISTMANN + PFEIFER. Das bisherige System sei bereits seit vielen Jahren im Einsatz.

Neben den funktionalen Anforderungen spielte bei der Entscheidung auch die Bedienung des Systems eine Rolle. Im Jahr 2024 startete CHRISTMANN + PFEIFER das Modernisierungsprojekt. Unterstützt wurde das Unternehmen beim Auswahlverfahren von Potsdam Consulting. Zunächst wurden bestehende Prozesse analysiert und daraus Anforderungen an das künftige ERP-System abgeleitet.


Die ursprüngliche Longlist umfasste 60 ERP-Hersteller. Im weiteren Verfahren reduzierte sich die Zahl auf acht Anbieter, die ihre Systeme in halbtägigen Webcasts präsentierten. Vier davon wurden anschließend zu Präsentationen vor Ort eingeladen. Mit zwei Anbietern führte das Unternehmen detaillierte Prozessworkshops durch.

Die Entscheidung für APplus fiel im Mai 2026. Neben dem Votum der Mitarbeitenden nennt CHRISTMANN + PFEIFER funktionale Anforderungen des Projektgeschäfts als Gründe für die Auswahl. Dazu gehören die Unterstützung des GAEB-Formats für den elektronischen Datenaustausch sowie Projektstrukturen mit Leistungsverzeichnissen.


„Wachstum, Weiterentwicklung, sich ändernde Anforderungen und hochindividuelle Bauprojekte – dies alles gilt es in einer zukunftsorientierten und maßgeschneiderten Systemlandschaft abzubilden“,

erklärt CEO Karsten Kußmann. APplus biete aus Sicht des Unternehmens dafür die benötigte Unterstützung und Flexibilität.



Beschaffung, Vertrieb und Projektmanagement zusammenführen


Nach der Einführung soll APplus die Bereiche Beschaffung, Vertrieb und Projektmanagement abdecken. Im Projektmanagement sollen auch kaufmännische Informationen zu Ressourcen, Kapazitäten und Kosten einbezogen werden.

Parallel dazu ist vorgesehen, bislang separat betriebene Drittsysteme anzubinden. CHRISTMANN + PFEIFER verfolgt damit das Ziel, Mehrfacheingaben zu reduzieren und Informationen zentraler verfügbar zu machen. Die Pressemeldung spricht in diesem Zusammenhang von medienbruchfreien End-to-End-Prozessen und einer „Single Source of Truth“.

Auch die bestehende Produktionslösung soll mit dem ERP-System verbunden werden. Projektleiter sollen dadurch relevante Informationen zum Status eines Projekts zentral einsehen können.

Als weiteren Grund für die Auswahl nennt das Unternehmen die Möglichkeit, Drittsysteme an APplus anzubinden. Zudem verweist Projektleiter Faruga auf die geplante Einbindung neuer Technologien wie KI in die weitere Entwicklung der ERP-Lösung.



Flow Mode für Vertriebsprozess vorgesehen


CHRISTMANN + PFEIFER plant außerdem, den sogenannten Flow Mode von APplus einzusetzen. Dabei werden einzelne Arbeitsabläufe über eine Prozessoberfläche dargestellt. Anwender erhalten jeweils die Informationen und Eingabemöglichkeiten, die für den aktuellen Arbeitsschritt vorgesehen sind; weitere ERP-Abläufe erfolgen im Hintergrund.

Als ersten möglichen Anwendungsbereich nennt das Unternehmen den Vertrieb. Die einzelnen Phasen sollen von der Anfrage über die Qualifizierung und Informationsanreicherung bis zur Angebotserstellung abgebildet werden.

„Damit hätten wir die Möglichkeit, unsere bestehenden Vertriebsphasen von Anfrage über Qualifizierung und Informationsanreicherung bis hin zur eigentlichen Angebotserstellung künftig auch in einer visuellen Form klar und übersichtlich abzubilden“, erklärt Faruga. Dadurch soll erkennbar sein, in welcher Phase sich ein Angebot befindet und welche Schritte als Nächstes anstehen.


Der Kick-off des Implementierungsprojekts ist für Herbst vorgesehen. Bei der Einführung will CHRISTMANN + PFEIFER nach eigenen Angaben weitgehend den APplus-Standard verwenden. Individuelle Anpassungen sind nur für unternehmensspezifische Besonderheiten geplant, die aus Sicht des Baudienstleisters einen klaren Wettbewerbsvorteil bieten. Damit sollen der spätere Wartungsaufwand und künftige Migrationen begrenzt werden.

Bis zur vollständigen Umstellung ist ein längerer Zeitraum eingeplant. Der Live-Start von APplus ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen. Bis dahin sollen die vorgesehenen Geschäftsbereiche und bestehenden Drittsysteme schrittweise in die neue ERP-Landschaft eingebunden werden.



it&d business Redaktion




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