KI überholt Malware als größte Cybersecurity-Sorge in der DACH-Region
- 29. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerten Risiken rund um Künstliche Intelligenz inzwischen höher als klassische Malware. Gleichzeitig sprechen sich die Befragten für einen kontrollierten KI-Einsatz mit menschlicher Aufsicht sowie für regionale Sicherheitsstrukturen aus. Das geht aus dem Arctic Wolf 2026 AI & Cybersecurity Trends Report hervor.

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Geschäftsprozesse, sondern auch die Prioritäten im Bereich der Cybersicherheit. Laut dem Arctic Wolf 2026 AI & Cybersecurity Trends Report haben KI-bezogene Risiken in der DACH-Region klassische Malware als größte Cybersecurity-Sorge abgelöst. Die Ergebnisse basieren auf einer weltweiten Befragung von 1.350 IT- und Security-Entscheidungsträgern, wobei die Resultate für Deutschland, Österreich und die Schweiz gesondert ausgewertet wurden.
KI-Risiken stehen im Fokus der Unternehmen
38 Prozent der befragten Führungskräfte nennen Risiken rund um Künstliche Intelligenz, Large Language Models (LLMs) und Agentic AI als ihre größte Herausforderung im Bereich der Cybersicherheit. Malware rangiert mit 21 Prozent deutlich dahinter. Damit verschiebt sich der Fokus vieler Unternehmen von etablierten Bedrohungsszenarien hin zu den Herausforderungen, die mit dem Einsatz neuer KI-Technologien verbunden sind.
Die Studienergebnisse deuten jedoch nicht auf eine generelle Ablehnung von KI hin. Vielmehr zeigt sich, dass Unternehmen den Einsatz der Technologie an klare Rahmenbedingungen knüpfen. Dazu zählen kontrollierbare KI-Systeme, ausdrücklich zugelassene Large Language Models sowie die Einbindung von Menschen bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Der Report beschreibt damit einen Ansatz, bei dem KI als unterstützendes Werkzeug eingesetzt wird, ohne die Verantwortung vollständig an automatisierte Systeme zu übertragen.

Christopher Fielder, Field CTO bei Arctic Wolf, ordnet diese Entwicklung ein: „Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen KI nicht als Ersatz für menschliche Expertise betrachten, sondern als Werkzeug, das kontrolliert und verantwortungsvoll eingesetzt werden muss. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI steigen auch die Erwartungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Vertrauen.
Erfolgreiche Security-Strategien müssen deshalb die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit von KI mit der Erfahrung und dem Urteilsvermögen menschlicher Analysten verbinden.“
Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung
Neben dem Umgang mit KI rückt laut der Studie auch die Frage nach digitalen Sicherheitsstrukturen stärker in den Vordergrund. Für 82 Prozent der Befragten stärkt ein Security Operations Center (SOC) innerhalb Europas das Vertrauen in einen Cybersecurity-Anbieter.
Die Ergebnisse legen nahe, dass regionale Sicherheitsstrukturen und digitale Souveränität bei Beschaffungsentscheidungen zunehmend berücksichtigt werden. Unternehmen verbinden demnach die Auswahl von Sicherheitslösungen nicht ausschließlich mit technischen Fähigkeiten, sondern auch mit der Frage, wo Sicherheitsdienstleistungen erbracht werden und welche organisatorischen Rahmenbedingungen gelten.
Cyberangriffe bleiben eine Belastung für den Geschäftsbetrieb
Unabhängig von der wachsenden Bedeutung von KI bleiben die Auswirkungen erfolgreicher Cyberangriffe erheblich. Fast jedes dritte Unternehmen in der DACH-Region, das von einer Sicherheitsverletzung betroffen war, berichtet laut der Studie von Betriebsunterbrechungen über mehrere Wochen.
Der Blick auf die internationalen Ergebnisse zeigt zudem, dass sich die Entwicklungen nicht auf die DACH-Region beschränken. Weltweit entwickeln sich Risiken rund um KI und Large Language Models zur größten Cybersecurity-Sorge von Unternehmen. Gleichzeitig erwarten Organisationen zunehmend KI-gestützte Sicherheitsfunktionen, stehen autonom handelnden KI-Systemen jedoch weiterhin zurückhaltend gegenüber und wollen kritische Entscheidungen nicht ohne menschliche Aufsicht treffen.
Die Studienergebnisse zeichnen damit ein Bild eines sich wandelnden Sicherheitsverständnisses: Unternehmen sehen in Künstlicher Intelligenz einerseits ein wichtiges Werkzeug zur Unterstützung ihrer Cybersecurity-Strategien, knüpfen ihren Einsatz andererseits aber an Transparenz, Kontrolle und die Einbindung menschlicher Expertise.
it&d business Redaktion





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