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Nur vier Prozent haben KI vollständig in Kernprozesse integriert

  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Österreichs Unternehmen stehen bei der Integration von Künstlicher Intelligenz noch am Anfang. Laut einer neuen Studie von TQS Research & Consulting im Auftrag von Tieto haben erst vier Prozent der befragten Unternehmen KI vollständig in ihre Kernprozesse eingebunden. Gleichzeitig sieht jede vierte Führungskraft bislang keine positiven Ergebnisse oder Wettbewerbsvorteile durch den Einsatz der Technologie.




V.l.n.r.: Gruppenfoto Hermann Erlach (General Manager Microsoft Österreich), Andreas Wagner (Geschäftsführer SAP Österreich), Robert Kaup (Geschäftsführer Tieto Österreich), Lukas Keller (Head of Business Development Tieto Österreich) / Foto:Lara Artis
V.l.n.r.: Gruppenfoto Hermann Erlach (General Manager Microsoft Österreich), Andreas Wagner (Geschäftsführer SAP Österreich), Robert Kaup (Geschäftsführer Tieto Österreich), Lukas Keller (Head of Business Development Tieto Österreich) / Foto:Lara Artis

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz ist in den vergangenen Jahren stark von technologischen Möglichkeiten geprägt worden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Unternehmen noch weit von einer umfassenden Integration entfernt sind. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, für die 100 KI-Verantwortliche und Führungskräfte aus österreichischen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden befragt wurden.


Demnach befinden sich 60 Prozent der Unternehmen noch in einer frühen Phase der KI-Einführung. Sie bewerten die Integration von KI in ihre Kernprozesse als „wenig fortgeschritten“ und setzen vor allem auf erste Pilotprojekte oder vereinzelte Anwendungen. Lediglich 27 Prozent sehen die KI-Integration als „sehr weit fortgeschritten“ oder „weit fortgeschritten“ an. Tatsächlich vollständig in ihre Kernprozesse integriert haben KI-Anwendungen bislang nur vier Prozent der befragten Unternehmen.


Infografik: Tieto
Infografik: Tieto


Zwischen Pilotprojekten und strategischer Transformation

Die Studienautoren sehen einen deutlichen Unterschied zwischen ersten Experimenten und einer strategischen Verankerung von KI in Unternehmen. Während nur acht Prozent der Befragten in Österreich KI künftig in sämtliche Kernprozesse integrieren wollen, befürchten gleichzeitig 61 Prozent, beim Einsatz der Technologie Chancen auf Effizienzsteigerungen, Innovationen und die Reduktion von Betriebskosten zu verpassen.


Infografik: Tieto
Infografik: Tieto

Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich, spricht von einem grundlegenden Wandel der Wertschöpfung:

„Wir erleben aktuell einen entscheidenden Wendepunkt: KI verändert nicht nur Effizienz, sondern wie Wertschöpfung grundlegend entsteht."

Angesichts von Microsoft-Daten, die zeigen, dass bereits mehr als jede dritte Person in Österreich KI nutzt, ist es für Erlach jetzt entscheidend, diese Dynamik konsequent und verantwortungsvoll in Wertschöpfung zu übersetzen: Unternehmen müssen KI in ihre Kernprozesse integrieren und zum strategischen Rückgrat ihrer Geschäftsmodelle machen."



Datenschutz, Sicherheit und Datenqualität bremsen den Fortschritt

Als größte Hindernisse auf dem Weg zur breiteren KI-Nutzung nennen die Befragten vor allem rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte. Für 50 Prozent zählen rechtliche Fragen wie Datenschutz zu den größten Herausforderungen. 46 Prozent sehen Datensicherheit und Cybersicherheit als zentrales Problem. Weitere 21 Prozent nennen die Verfügbarkeit, Qualität und Aufbereitung von Daten als Hürde.


Hinzu kommt ein Vertrauensproblem: 44 Prozent der Befragten geben an, derzeit nur begrenztes Vertrauen in die Korrektheit KI-generierter Ergebnisse zu haben. Gleichzeitig sehen 29 Prozent einen Mangel an fachlicher Expertise im Unternehmen, während 22 Prozent fehlendes Change- und Adoption-Management bei der Einführung von KI beklagen.


Infografik: Tieto
Infografik: Tieto

Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Österreich, verweist auf die Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Transformation:

„Saubere Daten, integrierte Datenplattformen, eine klare Cloud-Strategie sowie Security und Compliance by Design sind ein Muss für eine erfolgreiche KI-Integration, da viele fortgeschrittene und agentische KI-Fähigkeiten nur in Cloud-Umgebungen verfügbar sind.

Darüber hinaus müssen aus seiner Sicht Mitarbeitende aktiver bei der KI-Transformation begleitet werden. Trotz aller Technologie seien die größten Hebel nämlich die strategische Verankerung in der Organisation und Skilling: Hier setzen wir an und unterstützen die Führungsebene nicht nur bei ihrer KI-Strategie, sondern begleiten den Wandel auch aktiv mit Schulungen für Mitarbeitende. Sonst bleibt KI oft im Pilotstadium stecken“, so Kaup.



Jede vierte Führungskraft sieht keinen Wettbewerbsvorteil


Positiv bewertet wird KI derzeit vor allem im Wissensmanagement und bei der internen Informationssuche, die 38 Prozent der Befragten als wichtigste Einsatzbereiche nennen. 30 Prozent sehen Vorteile bei der Effizienzsteigerung, etwa durch die automatisierte Verarbeitung von Rechnungen oder Bestellungen.


Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung bei datengetriebenen Entscheidungen aus. Nur elf Prozent sehen Nutzen in Bereichen wie Marktanalysen, Risikomanagement oder Predictive Analytics. Für Innovations- und Geschäftsmodellentwicklung erkennen lediglich zehn Prozent Vorteile. Besonders bemerkenswert: 26 Prozent der Führungskräfte geben an, dass KI bislang „in keinem Bereich“ positive Ergebnisse oder Wettbewerbsvorteile geschaffen habe.


Infografik: Tieto
Infografik: Tieto

Andreas Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich, sieht hier vor allem das große Potenzial der KI als datengetriebener Motor der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, das viele Unternehmen nicht nicht ausgeschöpft haben:

„Entscheidend ist jetzt, rasch vom ‚proof of concept‘ zum ‚proof of value‘ zu kommen und KI überall dort einzusetzen, wo sie einen messbaren Mehrwert und einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung leistet."

Und als nächstes Level gilt es für Wagner jetzt, Unternehmen fit für die beginnende Revolution der KI-Agenten zu machen, die ganze Prozessketten autonom ausführen.



it&d business Redaktion







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