Mehr als jeder Dritte in Österreich nutzt generative KI
Die Nutzung generativer KI nimmt weiter zu. Im zweiten Quartal 2026 verwendeten laut AI Diffusion Report des Microsoft AI Economy Institute 18,8 Prozent der weltweiten Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter entsprechende Anwendungen. Österreich liegt mit 35,4 Prozent deutlich darüber. Gleichzeitig zeigt der Report Unterschiede zwischen den Ländern und eine wachsende Bedeutung von Open-Weight-Modellen für den Zugang zu KI.

Generative KI erreicht weltweit einen immer größeren Teil der Bevölkerung. Im zweiten Quartal 2026 lag die globale Nutzungsrate unter Menschen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren bei 18,8 Prozent. Im ersten Quartal waren es noch 17,8 Prozent. Die Nutzung ist damit innerhalb eines Quartals um einen Prozentpunkt gestiegen. Der AI Diffusion Report zeigt zudem, dass die KI-Nutzung in beinahe allen untersuchten Volkswirtschaften zugenommen hat.
Österreich liegt deutlich über diesem weltweiten Wert. Hier stieg die Nutzungsrate von 34,1 Prozent im ersten Quartal auf 35,4 Prozent im zweiten Quartal 2026. Damit verwendet mittlerweile mehr als jeder Dritte im erwerbsfähigen Alter generative KI. Microsoft zählt Österreich auf Basis dieser Werte zu den Ländern mit einer fortgeschrittenen KI-Adoption.
Für Unternehmen rückt damit aus Sicht von Microsoft zunehmend die Frage in den Vordergrund, wie die Verbreitung der Technologie in konkrete Anwendungen und Geschäftsprozesse überführt werden kann. Dabei stehen insbesondere Innovation, Produktivität und Wertschöpfung im Mittelpunkt.
Österreich liegt deutlich über dem weltweiten Durchschnitt
Im internationalen Vergleich reicht die österreichische Nutzungsrate von 35,4 Prozent nicht an die Spitzenwerte heran, liegt aber klar über dem globalen Durchschnitt von 18,8 Prozent. Die höchste Nutzungsrate weist der Report für die Vereinigten Arabischen Emirate mit 73,3 Prozent aus. Dahinter folgen Singapur mit 64,3 Prozent, Irland mit 49,9 Prozent, Frankreich mit 49,6 Prozent und Norwegen mit 49,4 Prozent.

Auch Österreichs Entwicklung verläuft weiter nach oben. Gegenüber dem ersten Quartal erhöhte sich die Nutzungsrate um 1,3 Prozentpunkte. Wichtig für die Einordnung: Die Zahlen beschreiben die Nutzung generativer KI in der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und nicht speziell den KI-Einsatz österreichischer Unternehmen. Sie zeigen damit eine vergleichsweise hohe Verbreitung generativer KI in dieser Bevölkerungsgruppe.
Der Report misst allerdings keine konkreten Produktivitätsgewinne österreichischer Unternehmen und erlaubt daher keine Aussage darüber, in welchem Umfang die hohe Nutzungsrate bereits in wirtschaftliche Wertschöpfung umgesetzt wird. Genau hier setzt die Einschätzung von Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich, an.
„Die weltweite KI-Nutzung nimmt weiter zu. Für die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts ist jedoch nicht die Technologie allein entscheidend, sondern wie erfolgreich Unternehmen sie in Innovation, Produktivität und Wertschöpfung übersetzen. Österreich verfügt über eine starke Ausgangsbasis“, sagt Erlach.
Um die Entwicklung weiterzuführen, sieht er mehrere Voraussetzungen:
„Um diese Dynamik weiter zu skalieren und KI nachhaltig in Geschäftsprozessen zu verankern, braucht es kontinuierliche Investitionen in Infrastruktur, digitale Kompetenzen und starke Partnerschaften. So entstehen langfristige Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit für den Standort Österreich.“
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend von der reinen Nutzung von KI zur Frage, wie daraus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mehrwert entstehen kann. Für Unternehmen wird damit relevant, wie sich KI in bestehende Abläufe integrieren und für Innovation, Produktivität und Wertschöpfung einsetzen lässt.
Open-Weight-Modelle sollen Zugangsbarrieren senken
Neben der allgemeinen Verbreitung generativer KI hebt der Report die wachsende Bedeutung sogenannter Open-Weight-KI-Modelle hervor. Sie können dazu beitragen, Zugangsbarrieren zu reduzieren und Organisationen zusätzliche Möglichkeiten geben, KI an lokale Anforderungen und unterschiedliche Sprachen anzupassen.
Damit wird der Zugang zu entsprechenden Modellen zu einem weiteren Faktor für die Verbreitung von KI. Die Bedeutung geht über den Einsatz in Unternehmen hinaus: Die Daten zeigen auch, dass KI weltweit zunehmend für Lernen und Kompetenzaufbau genutzt wird. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in aufstrebenden Volkswirtschaften.
Für die weitere Verbreitung spielen mehrere Voraussetzungen zusammen. Neben dem Zugang zu KI-Modellen nennt Microsoft insbesondere digitale Infrastruktur, Konnektivität und KI-Kompetenzen. Sie beeinflussen, wie breit die Möglichkeiten der Technologie genutzt werden können.
Open-Weight-Modelle können in diesem Zusammenhang dazu beitragen, den Zugang zu KI zu erweitern. Die Möglichkeit, Modelle stärker an lokale Anforderungen und Sprachen anzupassen, spielt insbesondere dort eine Rolle, wo bestehende Lösungen lokale Gegebenheiten nicht ausreichend abbilden.
Abstand zwischen Globalem Norden und Süden wächst
Trotz der insgesamt steigenden Nutzung verteilt sich generative KI weltweit nicht gleichmäßig. Im zweiten Quartal 2026 hat sich der Abstand zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden vergrößert. Die KI-Nutzung nimmt damit weltweit zu, während sich die Unterschiede bei der Verbreitung zwischen beiden Regionen gleichzeitig vergrößern.
Microsoft verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Investitionen in digitale Infrastruktur, Konnektivität und KI-Kompetenzen. Sie sollen dazu beitragen, die Vorteile der Technologie möglichst breit zugänglich zu machen. Auch Open-Weight-Modelle können dabei eine Rolle spielen, weil sie die Anpassung an lokale Anforderungen und Sprachen erleichtern.
Für Österreich zeigen die Zahlen eine weiterhin überdurchschnittliche Ausgangsposition. Mit 35,4 Prozent liegt die Nutzungsrate deutlich über dem weltweiten Wert von 18,8 Prozent. Gleichzeitig bleibt ein erheblicher Abstand zu den international führenden Märkten bestehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate erreichen mit 73,3 Prozent mehr als das Doppelte der österreichischen Nutzungsrate.
Für Entscheider liegt eine wesentliche Aussage der Daten damit in der fortschreitenden Verbreitung der Technologie. Generative KI erreicht in Österreich bereits einen erheblichen Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die Zahlen allein geben jedoch keine Auskunft darüber, wie intensiv KI eingesetzt wird oder welchen wirtschaftlichen Nutzen Unternehmen daraus bereits erzielen.
Aus Sicht von Microsoft rückt deshalb zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie Unternehmen die Nutzung von KI in Geschäftsprozesse übertragen und welche Voraussetzungen sie dafür bei Infrastruktur, digitalen Kompetenzen und Partnerschaften schaffen.
it&d business Redaktion





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