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EY startet weltweiten KI-Rollout in der Abschlussprüfung

  • 13. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

EY integriert künstliche Intelligenz schrittweise in seine globale Prüfungsplattform EY Canvas. Die neuen KI-Funktionen sollen die Qualität, Nachvollziehbarkeit und Risikoorientierung von Abschlussprüfungen stärken und künftig rund 130.000 Prüfer in mehr als 150 Ländern unterstützen.



Stefan Uher, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY Österreich (Foto: EY/Christina Häusler)
Stefan Uher, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY Österreich (Foto: EY/Christina Häusler)

Die Wirtschaftsprüfung steht vor einem technologischen Wandel. EY hat den weltweiten Einsatz neuer KI-Anwendungen angekündigt, die Prüfschritte vorbereiten, unterstützen und dokumentieren. Ziel ist es, Abschlussprüfungen datengetriebener, konsistenter und risikoorientierter zu gestalten und gleichzeitig die Prüfer bei komplexen Beurteilungsfragen gezielt zu unterstützen.


Die neuen Funktionen werden schrittweise in die globale Prüfungsplattform EY Canvas integriert. Die technologische Grundlage bildet ein Multi-Agenten-System, das auf Microsoft-Technologien wie Azure, Foundry und Fabric basiert. EY Canvas verarbeitet nach Unternehmensangaben bereits heute jährlich mehr als 1,4 Billionen Buchungszeilen. Mit dem globalen Rollout sollen künftig rund 130.000 Prüfer in mehr als 150 Ländern bei etwa 160.000 Prüfungsmandaten durch KI-gestützte Funktionen unterstützt werden.


Begleitet wird die Einführung von einem weltweiten Ausbildungs- und Enablement-Programm, das Mitarbeitende auf den verantwortungsvollen Einsatz der neuen Technologien vorbereiten soll.



KI soll Risikobewertung und Analyse verbessern


Im Mittelpunkt des Projekts steht nicht die Automatisierung fachlicher Entscheidungen, sondern die gezielte Unterstützung der Prüfer. Die KI-Anwendungen helfen dabei, große Datenmengen strukturierter auszuwerten, Auffälligkeiten früher zu erkennen und Prüfungsrisiken präziser zu priorisieren.


Zudem stellt das System aktuelle Prüfungs-, Rechnungslegungs- und regulatorische Anforderungen kontextbezogen und in Echtzeit bereit. Die KI übernimmt dabei koordinierende und analytische Aufgaben, etwa bei der Strukturierung von Prüfungsabläufen oder der laufenden Qualitätssicherung. Die abschließende fachliche Beurteilung verbleibt weiterhin bei den Prüfer.


„Die Abschlussprüfung wird zunehmend datengetrieben und komplexer. Agentenbasierte KI hilft uns, Risiken klarer zu identifizieren und unsere Prüfungen noch konsistenter und zielgerichteter zu gestalten“,

erklärt Stefan Uher, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY Österreich.


Gleichzeitig betont Uher die Rolle menschlicher Expertise im Prüfungsprozess:


„Gleichzeitig bleibt das professionelle Urteil der Prüfer der zentrale Anker für Qualität und Vertrauen.“

Die Einführung der Technologie basiert auf umfangreichen Pilotprojekten. Bis 2028 sollen die KI-Funktionen die Abschlussprüfung nach Unternehmensangaben End-to-End unterstützen.



Mehr Fokus auf Beurteilung und Qualitätssicherung


Durch die Unterstützung der KI soll sich der Schwerpunkt der Arbeit von Prüfer stärker auf Interpretation, Beurteilung und Qualitätssicherung verlagern. Gleichzeitig soll der administrative Aufwand reduziert werden. EY erwartet dadurch tiefere Analysen und eine höhere Aussagekraft der Prüfungen.


Ziel sei es nicht nur, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, sondern geprüften Unternehmen zusätzliche relevante Einblicke zu ermöglichen.



Neue Prüfungs- und Beratungsleistungen rund um KI


Der globale Rollout erfolgt in einer Phase, in der künstliche Intelligenz selbst zunehmend Bestandteil von Unternehmensprozessen wird. Laut einer aktuellen EY-Studie haben 97 Prozent der Unternehmen bereits eine umfassende KI-Transformation gestartet oder planen diese.


Parallel dazu steigen die Anforderungen an Transparenz, Steuerbarkeit und Verlässlichkeit von KI-Systemen. EY erweitert deshalb sein Prüfungs- und Beratungsangebot im Bereich Künstliche Intelligenz. Das Portfolio umfasst unter anderem KI-Reifegradanalysen, Governance- und Kontrollmodelle, Prüfungen von KI-Systemen sowie unterstützendes Risikomanagement.


Die technologische Basis für die neuen KI-Funktionen bildet die strategische Zusammenarbeit mit Microsoft. Darüber hinaus ist EY Teil der „Frontier Firm AI Initiative“ von Microsoft und dem Harvard Digital Data Design Institute. Parallel investiert das Unternehmen in die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden. Ein globales Trainingsprogramm soll sicherstellen, dass Prüfungs- und Technologieexpert kontinuierlich in den Bereichen KI, Methodik, Regulierung und berufliches Urteilsvermögen geschult werden.


Der Wirtschaftsprüfer betont:


„Unternehmen müssen Innovation und Kontrolle in Einklang bringen. Entscheidend dafür ist Vertrauen – in Daten, Prozesse und Systeme. Eine hochwertige Abschlussprüfung leistet hier einen wesentlichen Beitrag.“

it&d business Redaktion




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