Mecklenburg-Vorpommern baut Open-Source-Plattform für den Dateiaustausch aus
- 16. Juli
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Mecklenburg-Vorpommern treibt seine Open-Source-Strategie in der Landesverwaltung weiter voran. Mit der Einführung der Kollaborationsplattform Nextcloud ersetzt das Bundesland bisherige Lösungen für den gemeinsamen Dateiaustausch und setzt dabei auf eine Infrastruktur, deren Quellcode eingesehen, geprüft und an eigene Anforderungen angepasst werden kann. Perspektivisch soll die Plattform um Chat-, Videokonferenz- und Groupware-Funktionen erweitert werden. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Stärkung der digitalen Souveränität.

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns setzt beim Ausbau ihrer digitalen Verwaltung verstärkt auf Open Source. Mit der Einführung einer Nextcloud-basierten Kollaborationsplattform verfolgt das Bundesland das Ziel, mehr Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur und die darauf verarbeiteten Daten zu gewinnen. Verantwortlich für Aufbau und Betrieb der Plattform ist die DVZ M-V GmbH, der IT-Dienstleister des Landes, der die Lösung für den öffentlichen Dienst bereitstellt.
Die Initiative ist in der Digitalstrategie Mecklenburg-Vorpommerns verankert. Diese sieht vor, die digitale Leistungsfähigkeit, Unabhängigkeit und Sicherheit der öffentlichen Verwaltung zu stärken. Digitale Souveränität wird dabei als Voraussetzung verstanden, um selbstbestimmt über IT-Infrastrukturen und Daten verfügen zu können.
Open Source als Bestandteil der Digitalstrategie
Nach Angaben des Ministeriums für Finanzen und Digitalisierung läuft die eingesetzte Software unter der freien Lizenz GNU AGPLv3. Dadurch kann das Land den Quellcode jederzeit einsehen, überprüfen und entsprechend eigener Sicherheits- und Funktionsanforderungen anpassen. Das Projekt wurde nach dem Prinzip „Open Source by Design" aufgebaut und umfasst unter anderem eigene Test- und Produktivumgebungen, Betriebsschulungen, Sicherheitsprüfungen sowie eine priorisierte Einbindung von Stabilitätsupdates.
Dr. Heiko Geue, Finanz- und Digitalisierungsminister von Mecklenburg-Vorpommern, ordnet die Einführung in den strategischen Gesamtkontext ein:
„Digitale Souveränität und Open Source sind zentrale Ziele und Eckpfeiler der Digitalisierungspolitik in Mecklenburg-Vorpommern.
Wir planen, den Einsatz von Open Source kontinuierlich auszubauen und die Nutzung gemeinsamer Standards und offener Schnittstellen für IT-Lösungen der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben. Nur so können Land und Kommunen auch in Zukunft handlungsfähig bleiben. Genau hier setzen wir mit Nextcloud an."
Aktuell nutzen laut Ministerium rund 5.000 Beschäftigte die Plattform für Filesharing. Mittelfristig soll sie um Chat-, Videokonferenz- und Groupware-Funktionen erweitert werden und mehr als 50.000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Mecklenburg-Vorpommern – von den Ministerien bis zu den kommunalen Einrichtungen – zur Verfügung stehen.
Migration von SharePoint abgeschlossen
Der Wechsel von Microsoft SharePoint erfolgte laut Landesregierung schrittweise. Marco Anschütz, CIO von Mecklenburg-Vorpommern, beschreibt den Verlauf der Migration wie folgt:
„Der Umstieg von Microsoft Sharepoint ist schrittweise und ohne Reibungs- und Datenverluste für die Beschäftigten abgeschlossen worden. Gemeinsam mit der DVZ M-V haben wir eine Plattform aufgebaut, die heute zuverlässig läuft und Schritt für Schritt erweitert wird."
Die Einführung von Nextcloud ist Teil einer umfassenderen Open-Source-Strategie des Landes. Parallel setzt Mecklenburg-Vorpommern auf OpenProject als Alternative zu proprietären Projektmanagement-Lösungen. Darüber hinaus wurde mit dem KI-Verwaltungschatbot LEA, der auf OpenWebUI basiert, ein lokal kontrollierter KI-Assistent für die Verwaltung entwickelt.
Open Source als gemeinsamer Weg mehrerer Verwaltungen
Mecklenburg-Vorpommern verfolgt den Ausbau seiner Open-Source-Strategie nicht isoliert. Bereits im November 2025 unterzeichnete das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung eine Kooperationsvereinbarung mit der Staatskanzlei Schleswig-Holstein zur Stärkung der digitalen Souveränität beider Bundesländer. Schleswig-Holstein setzt ebenfalls auf Nextcloud als zentrale Kollaborationsplattform.
Damit entsteht im Norden Deutschlands eine technologische Zusammenarbeit zweier Bundesländer, die digitale Souveränität auf Basis derselben offenen Plattform umsetzen.
Als weitere Beispiele für den Einsatz von Nextcloud im öffentlichen Bereich nennt die Landesregierung die französische Region Île-de-France, die über ihre Bildungsplattform mehr als 550.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Verwaltungsmitarbeitende mit einer Nextcloud-basierten Plattform versorgt. Zudem stellte das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus im Jahr 2025 rund 1.200 Mitarbeitende auf Nextcloud um.
Mit der Einführung der Plattform für Filesharing und den geplanten Ausbau um weitere Kommunikations- und Organisationsfunktionen setzt Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Ministeriums seine Strategie zur digitalen Souveränität praktisch um. Ziel ist es, die Kontrolle über die eigene digitale Infrastruktur auszubauen und die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung langfristig zu stärken.
it&d business Redaktion





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