DACHSER zieht Personalmanagement mit RISE with SAP in die Cloud
Der Logistikdienstleister DACHSER hat seine SAP-HCM-Module für Payroll und Zeitwirtschaft für 19.000 Mitarbeitende in Deutschland auf SAP S/4HANA Cloud migriert. Die Umstellung mit RISE with SAP erfolgte nach achtmonatiger Zusammenarbeit mit SAP. Nach dem Go-Live im Juni 2026 lief bereits die erste Lohn- und Gehaltsabrechnung im Juli ohne Komplikationen.

DACHSER treibt die Modernisierung seiner IT-Landschaft weiter voran. Ein wichtiger Schritt betrifft das Personalmanagement: Im Juni 2026 wurden die HCM-Module Payroll und Zeitwirtschaft für die 19.000 Mitarbeitenden in Deutschland mit RISE with SAP in die Cloud migriert.
Die Umstellung ist Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie des Logistikunternehmens. DACHSER hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 weltweit zu den am stärksten digitalisierten Logistikdienstleistern zu gehören. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 37.500 Mitarbeitende und ist mit etwa 427 eigenen Niederlassungen in 43 Ländern vertreten. 2025 erzielte DACHSER einen Gesamtumsatz von 8,3 Milliarden Euro.
Das Kerngeschäft bilden weiterhin Transportlogistik und Warehousing.
„Das Hauptgeschäft ist unser sogenanntes Roadbusiness, also alles, was auf der Straße transportiert wird, sowohl im Trockengutbereich als auch im Bereich Lebensmittel“,
erklärt Herbert Egner, zuständig für die Division IT Products Fin / HR bei DACHSER.
SAP ergänzt die eigenen Logistiksysteme
Bei seiner IT-Landschaft verfolgt DACHSER einen gemischten Ansatz. Für Transport- und Warehouse-Management setzt das Unternehmen weiterhin auf eigene Systeme, deren Entwicklung bereits in den 1980er-Jahren begann. SAP kommt dagegen unter anderem im Finanz- und Personalbereich zum Einsatz.
Finanzsoftware von SAP nutzt DACHSER seit 2009. Die Buchungssätze aus den eigenen Logistiksystemen werden über eine Schnittstelle an SAP übertragen. Im Oktober 2024 wurde die SAP-Finanzlösung von einer On-Premises-Umgebung mit SAP ECC und SAP HANA in die Azure Cloud verlagert.
Ebenfalls 2024 lizenzierte DACHSER die SAP Business Technology Platform (BTP). Neben der Integration Suite stehen den Mitarbeitenden damit Low-Code-Anwendungen zur Verfügung, mit denen sie Apps für eigene Prozesse entwickeln können. So sollen unter anderem bisher manuell abgewickelte Abläufe durch digitale Lösungen ersetzt werden.
„Wir sind zwar ein langjähriger SAP-Kunde, aber sicher nicht der typische SAP-Anwender“,
sagt Egner. Für die zentralen Logistikprozesse setzt DACHSER weiterhin auf die selbst entwickelten Transport- und Warehouse-Management-Systeme.
Payroll und Zeitwirtschaft wechseln in die Cloud
Die Migration des Personalmanagements wurde innerhalb von acht Monaten gemeinsam von SAP und DACHSER umgesetzt. Mit RISE with SAP wechselten die HCM-Module Payroll und Zeitwirtschaft für die Beschäftigten in Deutschland auf SAP S/4HANA Cloud.
Der Go-Live erfolgte am 26. Juni 2026. Eine wesentliche Bewährungsprobe folgte bereits im nächsten Monat: Die erste Lohn- und Gehaltsabrechnung für alle 19.000 Mitarbeitenden in Deutschland lief im Juli ohne Komplikationen, sämtliche Zahlungen erfolgten pünktlich.
Anschließend blieb das System für rund vier Wochen in einer Hypercare-Phase. In diesem Zeitraum begleitete das Projektteam den laufenden Betrieb engmaschig. Im August ging die Umgebung schließlich in den regulären Support über.
Mit der neuen Architektur will sich DACHSER nun verstärkt der Implementierung weiterer Funktionen innerhalb der SAP SuccessFactors Global HR Suite widmen.
Auch für die Finanzumgebung könnte RISE with SAP künftig eine Option werden.
„Im Fall von HCM haben wir uns für RISE with SAP entschieden, doch als wir vor drei Jahren den Umzug von der Finanzlösung in die Cloud beschlossen haben, war RISE noch nicht so weit, dass wir es für unsere Zwecke hätten nutzen können“,
erklärt Egner. Nach Ablauf des dreijährigen Azure-Vertrags könnte das Modell auch für Finance geprüft werden.
„SAP First“ bei internationalen Zukäufen
Die Transformation betrifft nicht nur bestehende Systeme. DACHSER will auch zugekaufte Unternehmen stärker in seine globale IT-Landschaft integrieren. Dabei verfolgt das Unternehmen einen „SAP First“-Ansatz: Finance und HCM werden zunächst auf SAP-Systeme ausgerichtet, bevor die eigenen Transport- und Warehouse-Management-Lösungen folgen.
Dieser Ansatz wurde zuletzt in Italien umgesetzt und ist derzeit für mehrere zugekaufte Unternehmen in der Region Iberia vorgesehen. Gleichzeitig sollen SAP-Lizenzen über Ländergrenzen hinweg stärker vereinheitlicht werden.
Ziel ist es, die SAP-Lizenzen übernommener Unternehmen in einen globalen Rahmenvertrag zwischen DACHSER und SAP zu integrieren – unabhängig davon, in welchem Land die jeweiligen Systeme betrieben werden. Künftig soll dieser Prozess über einen teilautomatisierten Workflow unterstützt werden.
„Wenn wir sagen, dass wir bis 2030 weltweit der am stärksten digitalisierte Logistikdienstleister sein wollen, dann betrifft das nicht nur die Digitalisierung der Prozesse, sondern auch die Integration unserer Zukäufe, die ihrerseits SAP-Systeme mitbringen“,
sagt Egner.
SAP S/4HANA als Basis für die weitere Transformation
Parallel zur HCM-Migration beschäftigt sich DACHSER mit der Konversion seiner SAP-Landschaft von SAP ECC auf SAP S/4HANA. Dabei haben SAP und DACHSER auch die künftige Zusammenarbeit und den Umgang mit den unterschiedlichen System- und Lizenzstrukturen neu abgestimmt.
Die Cloud-Migration des Personalmanagements bildet damit einen Baustein einer breiter angelegten Transformation. Während DACHSER bei seinen Kernprozessen in Transport und Warehousing weiterhin auf eigene Systeme setzt, sollen SAP S/4HANA, RISE with SAP, die SAP BTP und die SAP SuccessFactors Global HR Suite insbesondere die Finanz-, Personal- und Integrationsprozesse unterstützen.
Mit der abgeschlossenen HCM-Migration verfügt DACHSER nun über die technische Grundlage, um die Personalprozesse in Deutschland auf der neuen SAP-Architektur weiterzuentwickeln und zusätzliche Funktionen der SAP SuccessFactors Global HR Suite einzuführen.
it&d business Redaktion





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