Zwei Drittel der Unternehmen prüfen neue Cybersecurity-Anbieter
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Aktualisiert: vor 3 Tagen
64 Prozent der deutschen Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten einen neuen Cybersecurity-Anbieter suchen oder einen Wechsel prüfen. Gleichzeitig planen ebenso viele, ihre Investitionen in IT-Sicherheit zu erhöhen. Das geht aus einer internationalen Studie hervor, die das Kaufverhalten von Cybersecurity-Entscheidern und die Rolle neuer Informationsquellen wie Large Language Models (LLMs) untersucht.

Die Dynamik im Cybersecurity-Markt hält an. Unternehmen investieren nicht nur verstärkt in den Schutz ihrer IT-Infrastrukturen, sondern bewerten auch bestehende Sicherheitslösungen neu. Laut einer aktuellen Studie der The Hoffman Agency wollen 64 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland innerhalb der kommenden zwölf Monate einen neuen Cybersecurity-Anbieter suchen oder einen Wechsel in Betracht ziehen. Damit liegt die Wechselbereitschaft unter dem internationalen Durchschnitt von 67 Prozent. Parallel dazu planen ebenfalls 64 Prozent der deutschen Unternehmen, ihre Investitionen in Cybersecurity zu erhöhen. Die Untersuchung zeigt zudem, dass Large Language Models (LLMs) zunehmend in Recherche- und Auswahlprozesse eingebunden werden.
Investitionen konzentrieren sich auf KI-Sicherheit und Security Operations
Für die Studie „Fast Decisions, High Stakes“ befragte Coleman Parkes Research im Auftrag der The Hoffman Agency insgesamt 500 Cybersecurity-Entscheider in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Im Fokus standen die Auswirkungen KI-gestützter Cyberangriffe auf Investitionsentscheidungen sowie die Kriterien bei der Auswahl von Sicherheitsanbietern.
Weltweit fließen neue Investitionen laut Studie insbesondere in die Bereiche KI-Sicherheit, Security Operations sowie Identity and Access Management. Gleichzeitig planen Unternehmen vor allem bei Network Security, Endpoint Security und Security Analytics häufiger einen Anbieterwechsel oder die Einführung neuer Komplettlösungen.
Als wichtigste Gründe für zusätzliche Investitionen nennen die Befragten Kostensenkung und den Fachkräftemangel. Der am häufigsten genannte Auslöser ist jedoch die Reaktion auf aktuelle Bedrohungen. Weltweit geben 55 Prozent der Unternehmen an, vor allem wegen Phishing, Malware, Ransomware und Social Engineering in neue Sicherheitslösungen investieren zu wollen. Für 38 Prozent steht zudem der Schutz von KI-Systemen im Vordergrund. In Deutschland nennen 33 Prozent diesen Aspekt als Investitionsgrund.

Enno Hennrichs, Managing Director DACH der The Hoffman Agency, ordnet die Ergebnisse ein: „Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und eines schwierigen geopolitischen Umfelds sind weltweit – und vor allem in Deutschland – immer noch viele Unternehmen bereit, in Cybersecurity zu investieren.
Die Mehrheit will ihre Investitionen erhöhen und zugleich neue Lösungen oder Anbieter evaluieren.
Das zeigt: Cybersecurity ist längst keine reine Risikofrage mehr, sondern strategische Priorität. Der Markt bleibt dynamisch und eröffnet sowohl neuen als auch etablierten Anbietern vielfältige Chancen.“
Kaufentscheidungen fallen vergleichsweise schnell
Die Studie zeigt auch, wie Unternehmen ihre Beschaffungsprozesse organisieren. Vom Erkennen des Bedarfs bis zur Auswahl eines Anbieters vergehen durchschnittlich sieben Monate. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) trifft ihre Entscheidung sogar innerhalb von weniger als sechs Monaten.
Bemerkenswert ist zudem, dass Anbieter bereits früh in den Auswahlprozess eingebunden werden. 65 Prozent der potenziellen Käufer nehmen schon vor der Erstellung einer Shortlist Kontakt mit Anbietern auf. Lediglich neun Prozent treten erst in der finalen Entscheidungsphase mit potenziellen Lieferanten in Verbindung.
Für Anbieter bedeutet dies laut Studie, dass sie potenzielle Kunden bereits in frühen Phasen der Buyer Journey erreichen müssen, wenn Entscheidungen vorbereitet werden.
Analysten, Fachmedien und LLMs prägen die Informationssuche
Bei der Recherche setzen Cybersecurity-Verantwortliche auf mehrere Informationsquellen. Für die erste Orientierung spielen direkte Empfehlungen aus dem beruflichen Umfeld (35 Prozent), Branchenanalysten (32 Prozent), Branchenveranstaltungen (28 Prozent) und Fachmedien (26 Prozent) die wichtigste Rolle.
Auch in der abschließenden Auswahlphase bleiben Analysten und persönliche Empfehlungen relevant. Branchenanalysten und Branchen-Events werden jeweils von 23 Prozent der Befragten genannt, gefolgt von direkten Peers und Unternehmensberatern mit jeweils 22 Prozent.
Zunehmend kommen auch Large Language Models zum Einsatz. Bereits 20 Prozent der weltweit befragten Entscheider nutzen LLMs sowohl für die Recherche als auch für die Auswahl neuer Cybersecurity-Anbieter. In den USA liegt dieser Anteil mit 24 Prozent noch höher.
Einfluss auf Kaufentscheidungen haben laut Studie unterschiedliche Content-Formate. Besonders häufig werden Analystenberichte mit Herstellererwähnungen (39 Prozent), Konferenzpanels (32 Prozent), Fallstudien (29 Prozent) sowie LLMs (29 Prozent) genannt.
Bei den eigentlichen Auswahlkriterien stehen praktische Aspekte im Vordergrund. 89 Prozent der Befragten nennen eine einfache Integration sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis als wichtigste Faktoren. Ebenfalls hohe Bedeutung hat der Nachweis erfolgreicher Implementierungen bei vergleichbaren Unternehmen, den 87 Prozent der Entscheider als wichtig bewerten. Dabei spielt laut Studie das Preis-Leistungs-Verhältnis eine größere Rolle als eine reine Kosteneffizienz.
Auch diese Entwicklung bewertet Enno Hennrichs als Ausdruck veränderter Entscheidungsprozesse:
„Einkaufsentscheider für IT-Sicherheit informieren sich heute über ein komplexes Zusammenspiel aus Analystenberichten, Fachmedien, Branchenveranstaltungen, LLMs und persönlichen Empfehlungen. Der Einfluss von KI verändert auch hier die Spielregeln.
Wer als Anbieter erfolgreich sein will, darf nicht auf einzelne Maßnahmen setzen. Entscheidend ist eine integrierte Kommunikationsstrategie, die Expertise sichtbar macht und Vertrauen schafft.“
Der Studie zufolge wurden im April 2026 insgesamt 500 Führungskräfte und Abteilungsleiter aus den Bereichen Cybersecurity in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt. Die Teilnehmer hatten in den vorangegangenen zwölf Monaten größere Technologieanschaffungen vorgenommen. Die Stichprobe umfasste Unternehmen aus den Branchen Finanzdienstleistungen, Technologie, Telekommunikation, Medien, Gesundheitswesen, Einzelhandel sowie dem öffentlichen Sektor.
it&d business Redaktion





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