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Blue/Green-Deployments effizient steuern mit Weighted Target Groups im Network Load Balancer

  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

IT-Praxis-Tipp 4 von AWS Solutions Architect Kay-Michael Kroedel: Blue/Green-Deployments zählen zu den etablierten Methoden, um neue Versionen von Anwendungen mit minimalem Risiko bereitzustellen. In vielen Umgebungen erfolgt die Umsetzung jedoch über mehrere Network Load Balancer sowie zusätzliche Dienste wie Route 53 zur Steuerung des Datenverkehrs. Diese Architektur ist funktional, bringt jedoch erhöhten Verwaltungsaufwand und zusätzliche Kosten mit sich. Zudem erfordern Deployments Änderungen an mehreren Komponenten, während Rollbacks oft nur mit Verzögerung umgesetzt werden können.




Foto: Amazon Web Services
Foto: Amazon Web Services

Mit der Einführung von Weighted Target Groups für Network Load Balancer steht eine deutlich vereinfachte Alternative zur Verfügung. Die Gewichtung des Datenverkehrs kann direkt innerhalb eines einzelnen Load Balancers konfiguriert werden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit mehrerer Load Balancer oder externer Routing-Mechanismen. Neben einer reduzierten Infrastrukturkomplexität lassen sich auch Zero-Downtime-Deployments effizient realisieren.



Automatische Verteilung über alle konfigurierten Availability Zones


Jede Target Group erhält eine definierbare Gewichtung, die bestimmt, welcher Anteil des eingehenden Traffics dorthin geleitet wird. Die Verteilung erfolgt automatisch über alle konfigurierten Availability Zones hinweg. Anpassungen an den Gewichtungen greifen innerhalb kurzer Zeit, wodurch sich Traffic schrittweise von einer Version auf eine andere verlagern lässt. Dieses Vorgehen eignet sich sowohl für klassische Blue/Green-Deployments als auch für Canary-Releases.



Schritt für Schritt: Weighted Target Groups im Network Load Balancer einrichten


  1. Target Groups vorbereiten:  Für beide Umgebungen werden separate Target Groups erstellt und mit den entsprechenden EC2-Instanzen verknüpft. Dabei ist sicherzustellen, dass beide Gruppen dieselbe IP-Version verwenden (IPv4 oder IPv6).


  1. Gewichtung definieren:  Die Traffic-Verteilung wird über die AWS Management Console, die ModifyListener API oder die AWS CLI konfiguriert. Jeder Target Group kann ein Wert zwischen 0 und 999 zugewiesen werden. Für eine gleichmäßige Verteilung bietet sich beispielsweise eine Aufteilung von 50/50 an.


  2. Cross-Zone Load Balancing aktivieren: Über Amazon CloudWatch lassen sich Metriken wie NewFlowCount und ActiveFlowCount auswerten, um die tatsächliche Traffic-Verteilung zu überwachen und Anpassungen vorzunehmen.


  3. Monitoring einrichten: Bereits gespeicherte Tokens können bei weiteren Anfragen direkt verwendet werden. Abgelaufene Tokens werden automatisch erneuert, ohne dass der Benutzer erneut eingreifen muss.

  4. Konfiguration validieren:  Mithilfe des Evaluation-Tools in den Listener-Details der Management Console kann die Konfiguration überprüft und auf Inkonsistenzen analysiert werden.



Fazit


Durch den Einsatz von Weighted Target Groups lassen sich Blue/Green- und Canary-Deployments deutlich vereinfachen. Die Reduktion auf einen einzelnen Network Load Balancer senkt die Betriebskosten und erhöht gleichzeitig die Flexibilität bei der Steuerung des Datenverkehrs. Anpassungen können schneller umgesetzt werden, wodurch sich Deployment-Zyklen insgesamt beschleunigen.



Gastbeitrag von Kay-Michael Kroedel



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