Mehr als 52 Milliarden gestohlene Cookies: Browserdaten rücken in den Fokus von Cyberkriminellen
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Browser-Cookies entwickeln sich zunehmend zu einem bevorzugten Angriffsziel von Cyberkriminellen. Eine Analyse von NordVPN identifizierte innerhalb eines Jahres mehr als 52,4 Milliarden gestohlene Cookies. Die Untersuchung zeigt zudem, dass Cookie-Datensätze deutlich häufiger in Infostealer-Daten auftauchen als Passwörter, Dateien oder Zahlungskartendaten.

Browserdaten gewinnen für Cyberkriminelle zunehmend an Bedeutung. Während Passwörter lange als wichtigstes Angriffsziel galten, rücken heute aktive Browser-Sitzungen stärker in den Fokus. Nach einer Untersuchung des Cybersicherheitsunternehmens NordVPN wurden innerhalb eines Jahres mehr als 52,4 Milliarden gestohlene Cookies in historischen Infostealer-Daten identifiziert. Damit tauchten Cookie-Datensätze 4,6-mal häufiger auf als Passwörter, Dateien und Zahlungskartendaten zusammengenommen. Grundlage der Analyse sind historische Infostealer-Daten aus dem Zeitraum vom 9. Juni 2025 bis zum 8. Juni 2026.
Session-Hijacking gewinnt an Bedeutung
Gestohlene Browser-Cookies ermöglichen es Angreifern, Login-Prozesse zu umgehen. Durch die Wiederverwendung aktiver Sitzungs-Cookies können sie angemeldete Nutzer imitieren, ohne deren Passwort zu kennen. Diese Angriffsmethode wird als Session-Hijacking bezeichnet.
„Wir beobachten einen grundlegenden Wandel in der Vorgehensweise von Hackern. Es geht nicht mehr nur darum, ein Passwort zu knacken. Vielmehr zielen Cyberkriminelle darauf ab, den digitalen Schlüssel zu stehlen, der bereits im Schloss steckt“,
erklärt Marijus Briedis, Chief Technology Officer bei NordVPN.
Den analysierten Datensätzen zufolge waren nicht in erster Linie Bankkonten betroffen. Am häufigsten fanden sich Zugangsdaten zu alltäglich genutzten Plattformen. Google führte die Liste mit 11,78 Millionen gestohlenen Datensätzen an, gefolgt von Facebook mit 8,10 Millionen und Microsoft mit 7,85 Millionen Datensätzen. Darüber hinaus tauchten auch Dienste wie Instagram, Discord, Netflix, Roblox, Twitch, YouTube, Reddit und Bing regelmäßig in den Datensätzen auf.
DACH-Region im internationalen Vergleich
Nach Angaben von NordVPN wurden Fälle von Cookie-Diebstahl in mehr als 250 Ländern und Regionen festgestellt. Die höchsten absoluten Zahlen entfielen auf Indien mit 4,68 Milliarden gestohlenen Cookies, Brasilien mit 2,83 Milliarden sowie die USA mit 2,43 Milliarden. Es folgen Indonesien mit 2,10 Milliarden und die Philippinen mit 1,93 Milliarden Cookie-Datensätzen.
Im deutschsprachigen Raum liegt Deutschland im weltweiten Vergleich auf Rang 18 mit 670.203.114 identifizierten gestohlenen Cookies. Österreich belegt Platz 69 mit 66.512.877 Cookie-Datensätzen, die Schweiz Rang 88 mit 48.043.790.
Die Untersuchung zeigt außerdem, dass Cookie-Diebstahl unabhängig von vorhandenen Sicherheitslösungen erfolgt. Nach Angaben von NordVPN traten fast 96 Prozent der analysierten Infektionen auf Geräten mit aktiver Sicherheitssoftware auf. Dies deute darauf hin, dass klassische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen, um Session-Hijacking zu verhindern.
Schnelle Reaktion soll Schäden begrenzen
Aus Sicht von NordVPN gewinnt deshalb neben der Prävention auch die Reaktion auf kompromittierte Sitzungen an Bedeutung. Das Unternehmen empfiehlt unter anderem, sich nach der Nutzung aktiv aus Konten abzumelden, den Browser-Cache regelmäßig zu leeren und Werkzeuge zur Überwachung aktiver Sitzungen einzusetzen. Dadurch könnten gestohlene Sitzungsinformationen schneller ungültig gemacht werden.
„Der Diebstahl von Cookies macht deutlich, dass es bei der Cybersicherheit nicht nur um Prävention geht. Es hängt auch davon ab, wie schnell man reagiert, wenn etwas schiefgeht.
Wenn ein Sitzungs-Cookie gestohlen wird, kann man den Schaden erheblich begrenzen, indem man sich aus den betroffenen Konten abmeldet und die Sitzung aktualisiert“,
so Briedis.
Für die Untersuchung analysierte das Expertenteam von NordVPN historische Infostealer-Cookie-Daten, die über die Plattform NordStellar verfügbar waren. Ergänzend flossen interne Erkenntnisse aus der NordVPN-Funktion „Warnung bei gekaperter Sitzung“ ein, die zwischen Februar und Juni 2026 erhoben wurden. Die ausgewiesenen Zahlen beziehen sich auf die Gesamtzahl identifizierter Cookie-Datensätze und nicht auf einzelne Nutzer, Geräte oder Konten.
it&d business Redaktion





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