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DACH-Unternehmen sorgen sich stärker um KI als um Malware

vor 1 Tag
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen von Unternehmen an Cybersecurity-Anbieter. In der DACH-Region nennen 38 Prozent Risiken rund um KI als ihre größte Cybersecurity-Herausforderung, während Malware für 21 Prozent an erster Stelle steht. Gleichzeitig gewinnen menschliche Kontrolle, zugelassene LLMs und digitale Souveränität bei Sicherheitsentscheidungen an Bedeutung.



Fotos: it&d business medien, erstellt mit Unterstützung von KI
Fotos: it&d business medien, erstellt mit Unterstützung von KI

Unternehmen wollen KI einsetzen, zugleich aber stärker kontrollieren, wie die Technologie in sicherheitsrelevanten Bereichen agiert. Der „Arctic Wolf 2026 AI & Cybersecurity Trends Report“ zeigt für die DACH-Region insbesondere eine wachsende Bedeutung von kontrollierbarer KI, ausdrücklich zugelassenen Large Language Models (LLMs) und menschlicher Aufsicht.


Die Risikowahrnehmung hat sich dabei deutlich verschoben: 38 Prozent der Befragten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen Risiken rund um KI als größte Herausforderung für die Cybersicherheit. Klassische Malware steht für 21 Prozent an erster Stelle. Auch weltweit entwickeln sich Risiken im Zusammenhang mit KI und LLMs zur größten Cybersecurity-Sorge von Unternehmen. Für die globale Erhebung wurden insgesamt 1.350 Security- und IT-Verantwortliche befragt.



Menschliche Kontrolle bleibt bei KI gefragt


Die gestiegene Wahrnehmung von KI-Risiken bedeutet nicht, dass Unternehmen die Einführung der Technologie stoppen wollen. Vielmehr steigen die Anforderungen an deren Einsatz. Unternehmen in der DACH-Region legen Wert darauf, dass KI kontrollierbar bleibt, verwendete LLMs ausdrücklich zugelassen sind und Menschen bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen eingebunden werden.

Auch global zeigt sich dieses Spannungsfeld: Organisationen erwarten zunehmend KI-gestützte Sicherheitsfunktionen, stehen autonom handelnden KI-Systemen bei kritischen Entscheidungen jedoch zurückhaltend gegenüber.

Damit verändern sich auch die Kriterien bei der Auswahl von Cybersecurity-Lösungen. Neben Leistungsfähigkeit, Kosten und Performance rücken Fragen nach Kontrolle, Datenverarbeitung und dem Standort der Sicherheitsinfrastruktur stärker in den Vordergrund.


Foto: Arctic Wolf
Foto: Arctic Wolf

„Digitale Souveränität entwickelt sich angesichts der geopolitischen Unsicherheit zunehmend zu einer geschäftlichen Notwendigkeit“, sagt Christopher Fielder, Field CTO bei Arctic Wolf. „Traditionelle Anforderungen wie Leistungsfähigkeit, Kosten und Performance allein reichen heute nicht mehr aus.“ Fielder sieht insbesondere die Forderung nach größerer Nachvollziehbarkeit als entscheidenden Faktor:

„Unternehmen wünschen sich mehr Transparenz und Kontrolle über ihre Technologien und Daten – und das verändert ihre Erwartungen an Cybersecurity-Anbieter.“


Europäisches SOC stärkt bei 82 Prozent das Vertrauen


Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung regionaler Strukturen beim Betrieb von Security Operations Centern. Für 82 Prozent der Befragten in der DACH-Region stärkt ein SOC innerhalb Europas das Vertrauen in einen Cybersecurity-Anbieter.

Damit wird digitale Souveränität zu einem Faktor bei Security-Entscheidungen. Für Anbieter bedeutet dies nach Einschätzung von Fielder, dass sie nicht nur die technische Schutzwirkung ihrer Lösungen vermitteln müssen.


„Für Anbieter bedeutet das, ihren Kunden Gewissheit darüber zu geben, wie deren Daten verwaltet und geschützt werden, und gleichzeitig weiterhin den Schutz zu bieten, auf den sie sich verlassen“,

erklärt Christopher Fielder.


Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass Cyberangriffe weiterhin erhebliche operative Auswirkungen haben können. Fast jedes dritte Unternehmen in der DACH-Region, das von einer Sicherheitsverletzung betroffen war, berichtet von Betriebsunterbrechungen, die sich über mehrere Wochen erstreckten.



KI verändert die Anforderungen an Security-Anbieter


Die Ergebnisse verbinden damit zwei Entwicklungen: Einerseits steigt KI selbst in der Wahrnehmung der Unternehmen zu einem zentralen Cybersecurity-Risiko auf. Andererseits erwarten Unternehmen KI-gestützte Funktionen zunehmend auch von ihren Sicherheitslösungen.

Für Cybersecurity-Anbieter entstehen daraus zusätzliche Anforderungen. Unternehmen wollen die Möglichkeiten von KI nutzen, gleichzeitig aber die Kontrolle über Modelle, Entscheidungen und Daten behalten. Menschliche Aufsicht soll insbesondere bei kritischen Entscheidungen erhalten bleiben.


Parallel gewinnen regionale Sicherheitsstrukturen und digitale Souveränität an Gewicht. Das europäische SOC wird damit ebenso zum Auswahlkriterium wie Transparenz darüber, wie Daten verarbeitet und geschützt werden. Für Unternehmen in der DACH-Region verschiebt sich die Bewertung von Cybersecurity-Lösungen damit über klassische Kriterien wie Kosten, Leistungsfähigkeit und Performance hinaus.



it&d business Redaktion



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