Von isolierten Pilotprojekten zu autonomen KI-Systemen
- michaeldvorak30
- 14. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Manuela Mohr-Zydek, Country Lead Salesforce Österreich, ist fest davon überzeugt, dass sich im Jahr 2026 die Diskussion um agentenbasierte KI von „Kann sie funktionieren?“ zu „Wie schnell kann sie den Wandel vorantreiben?“ verlagern wird. So zeigt eine aktuelle Studie von Salesforce, dass die Einführung von KI unter CIOs im Vergleich zum Vorjahr um 282 Prozent gestiegen ist. Dennoch ist die Einführung noch nicht mit einer echten Unternehmenstransformation gleichzusetzen.

Die entscheidende Herausforderung oder auch der Erfolgsfaktor besteht darin, isolierte Experimente hinter sich zu lassen und den koordinierten Einsatz autonomer KI-Systeme voranzutreiben – und so zum Agentic Enterprise zu transformieren. Damit gewinnen Unternehmen nicht nur an Effizienz, sondern gestalten ihr Betriebsmodell grundlegend neu: wie Arbeit ausgeführt wird, wie Kund:innen eingebunden werden und wie Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.
Für die Transformation zum Agentic Enterprise sind drei Grundlagen notwendig
Multi-Agent-Protokolle: Nahtlose Kompatibilität und Kommunikationswege zwischen unterschiedlichen Systemen.
Integrierter Kontext: Einheitlicher Echtzeit-Zugriff auf Unternehmensdaten über funktionale Silos hinweg.
Robuste Governance: Zentralisierte Mechanismen zur Gewährleistung von Sicherheit, ethischem Betrieb und Kontrolle bei zunehmender Anzahl von Agenten.
Dieser Architekturwandel ist ein strategischer Prozess, der einen schrittweisen Ansatz erfordert: beginnend mit der Schaffung einer vertrauenswürdigen Datenbasis für Informationsabruf-Agenten, über den Übergang zu aktionsorientierten, domänenspezifischen Workflows bis hin zur komplexen domänenübergreifenden Orchestrierung.
Kundenerfahrung ist unerlässlich: Beziehungsintelligenz meistern
Das Versäumnis vieler Unternehmen, interne Systeme zu verbinden, führt unmittelbar zu einer beeinträchtigten Kundenerfahrung (CX). Vor diesem Hintergrund ist die Investition in eine einheitliche Datenbasis und darauf aufbauende agentenbasierte KI eine zentrale Investition in verbesserte Kundenerfahrung. Transformation heißt: Unternehmen müssen gewachsene Strukturen aufbrechen und sich konsequent an Kundenergebnissen statt an einzelnen funktionalen Silos orientieren.
Dass diese Entwicklung bereits Realität ist, zeigte zuletzt die Cyber Week eindrucksvoll: Hochgradig personalisierte Kundenerlebnisse trugen zu einem Gesamtumsatz von 67 Milliarden US-Dollar beim Online-Shopping bei. Eine entscheidende Rolle spielten dabei KI-gestützte, agentenbasierte Produktempfehlungen. Gleichzeitig stieg die Zahl agentenbasierter Kundenservice-Interaktionen im Wochenvergleich um 55 Prozent. Die Zahlen verdeutlichen, dass kontextbezogene und autonome Interaktionen sowohl die Konversionsraten als auch die Kundenbindung signifikant erhöhen.
Die entscheidende Differenzierung im Jahr 2026 wird daher nicht allein darin liegen, aktuelle Kundenwünsche zu erkennen. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die den gesamten Kontext der Bedürfnisse, Erwartungen und Präferenzen ihrer Kund:innen über einen längeren Zeitraum hinweg verstehen und aktiv nutzen.
Reorganisation für das Zeitalter der Agenten
Die Synergie zwischen Menschen und KI-Agenten löst eine große Umstrukturierung aus: eine grundlegende Umgestaltung sowohl der Unternehmensorganisation als auch der individuellen Rollen. KI-Agenten übernehmen Routineaufgaben, so dass sich Menschen auf Urteilsvermögen, Koordination und komplexes Beziehungsmanagement konzentrieren können.
Arbeitnehmer:innen werden entlastet, müssen für ihre neue Rolle aber auch bis zu 70 Prozent ihrer Kernkompetenzen neu erlernen. Mitarbeiter:innen – egal ob Berufseinsteiger:innen oder Führungskräfte – müssen wissen, wie sie effektiv Anweisungen geben, Ungenauigkeiten erkennen, Ergebnisse optimieren und bei Bedarf eingreifen können.
Auch Karrierewege wandeln sich: Während 81 Prozent der Personalverantwortlichen eine Umschulung der Belegschaft planen, gehen zukunftsorientierte Unternehmen noch einen Schritt weiter und entwerfen völlig neue hybride Rollen, die die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI strategisch definieren, anstatt einfach nur Positionen zu automatisieren.
Vertrauen: Die unverzichtbare Grundlage für Skalierbarkeit
Keiner der bereits genannten Transformationsansätze kann ohne eine unverzichtbare Vertrauensbasis skaliert werden. Zögern in Bezug auf autonome Strategien lässt sich oft auf einen einzigen Engpass zurückführen: das Vertrauen in Daten und die Agenten, die sie verarbeiten. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die eingesetzten KI-Lösungen zu jedem Zeitpunkt den Schutz ihrer Daten gewährleisten.
2026 markiert den Übergang vom Experimentieren zur Umsetzung
Die Infrastruktur ist bereit, der wirtschaftliche Anreiz ist klar. Der Erfolg wird vom Mut der Führungskräfte abhängen, über isolierte Pilotprojekte hinauszugehen, sowie von der festen Entschlossenheit, autonome Systeme zu orchestrieren, zu steuern und in den Kern des täglichen Betriebs zu integrieren. Das Agentic Enterprise ist keine Vision mehr, sondern der aktuelle Maßstab, an dem sich österreichische Unternehmen im globalen Wettbewerb messen müssen.
Gastbeitrag von Manuela Mohr-Zydek
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Über Salesforce
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