Eine gemeinsame Low-Code-Plattform für IT und Business
- michaeldvorak30
- 17. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Benjamin Erschen, Sales Director DACH von Mendix, sieht die Plattform, die man den Kunden für Anwendungsentwicklung bietet, vor allem für die IT-Organisationen als Hebel um als Enabler für unternehmensweite Innovationen zu agieren.

Mit der gleichnamigen, branchenführenden Low-Code-Plattform für die Anwendungsentwicklung unterstützt Mendix, ein Siemens-Unternehmen, seit 2005 Unternehmen und Organisationen auf der ganzen Welt dabei, die Art und Weise, wie sie Anwendungen entwickeln, neu zu überdenken. Durch die Überbrückung der Lücken in der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Business und IT, ermöglicht Mendix, Ideen in Ergebnisse umzusetzen, indem anspruchsvolle Anwendungen in einer Geschwindigkeit auf einem neuen Level bereitgestellt werden können.
Benjamin Erschen, Sales Director DACH von Mendix, sieht hier vor allem für die IT-Organisationen einen starken, strategischen Hebel: „Die Aufgabe der IT, die diversen Anforderungen der unterschiedlichen Abteilungen zu bündeln, Synergien zu finden und IT-Projekte zusammenzuführen, um nachhaltige unternehmensweite Erfolge zu erzielen. Der C-Level muss jenseits des CIOs in IT-Projekte involviert werden, um gemeinsam Strategien zu entwickeln und echte Innovationen voranzutreiben, statt sich im klein-klein von Digitalisierungsprojekten zu verlieren.“
Herr Erschen, was sind die Knackpunkte bei IT-Projekten, damit eine Business-Anwendung möglichst positive Effekte und möglichst großen Nutzen generiert?
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist Kollaboration, denn IT und Fachbereiche sprechen oft nicht die gleiche Sprache. Das kann zu unnötigen Feedbackschleifen und Iterationen führen. Wenn alle an einem Softwareprojekt Beteiligten jedoch die Möglichkeit haben, auf einer Plattform zu arbeiten, werden IT-Projekte nicht nur zeitlich, sondern auch monetär effizienter. Unsere Kunden berichten von Einsparungen von bis zu 50 Prozent. Das entlastet Führungskräfte mit knappen Budgets und großem Backlog. Wenn man die Softwareentwicklung beispielsweise mit einer Low-Code-Plattform demokratisiert, bricht man Silos auf und schafft „Fusion Teams“, die einen erheblichen Mehrwert generieren können.
Welche Erfolgsstrategien gibt es, um die Akzeptanz der einzelnen User und der Fachbereiche für die Anwendung zu erreichen?
Das ist das Wunderbare an Low-Code. Hier ist die „Erfolgsstrategie“ quasi intrinsisch enthalten: die Fachbereiche werden bei der Anwendungsentwicklung in den gesamten Prozess eingebunden und können dank der visuellen Modellierung mittels Drag-and-Drop-Funktionalitäten und einer gemeinsamen IDE mitarbeiten.
Die Applikationen entstehen mit Usern für User. Die Akzeptanz ist damit groß, da nicht an der Zielgruppe vorbei entwickelt wird und die UX von Tag eins an stimmig ist. Da die IT-Abteilung im Vorfeld einen Rahmen vorgibt und Richtlinien für Governance implementiert, ist zudem sichergestellt, dass sich neue Anwendungen nahtlos in den Tech Stack einfügen und den Sicherheitsstandards entsprechen.
Was sind häufige Fallstricke beziehungsweise die Faktoren, die oft nicht genügend beachtet werden?
Einer der größten Fallstricke besteht darin, IT-Projekte isoliert und nicht im Kontext der zukünftigen Anforderungen zu betrachtet. Die Automatisierung einzelner Prozesse für einzelne Abteilungen, ist am Ende nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und keine echte Digitalisierung mit dauerhaftem Mehrwert. Der Erfolg von Unternehmen hängt künftig davon ab, ob sie ihren eigenen Datenschatz heben und damit beispielsweise ihr Portfolio optimieren und die Kundenzufriedenheit verbessern können. Wenn diese Daten jedoch in Silos vorliegen und die Kernsysteme des Unternehmens nicht miteinander kommunizieren können, wird nicht nur Potenzial verschenkt, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gefährdet.
Gibt es aktuell Bereiche, Prozesse und Themen, in denen Low-Code-Business-Anwendungen besonders viel Potenzial freimachen können?
Low-Code kennt praktisch keine Grenzen. Use Cases aus der Fertigungsindustrie und regulierten Branchen wie dem Finanzsektor sind jedoch exemplarisch für das wahre Potenzial von Low-Code. Hier existieren noch viele komplexe Legacy-Anwendungen und teils manuelle Prozesse.
Somit stehen die Modernisierung hochspezialisierter Kernsysteme und umfassende Automatisierungen im Vordergrund, für die sich die Low-Code-Anwendungsentwicklung hervorragend eignet. So lassen sich hochkomplexe Infrastrukturen zukunftssicher gestalten, moderne Applikationen, insbesondere natürlich auch KI-Applilationen, anbinden und die IT/OT-Konvergenz vorantreiben. Kurz gesagt, lässt sich die Komplexität heutiger Digitalisierungsprojekte nachhaltig reduzieren. Im Mendix Marketplace bieten wir beispielsweise erprobte branchenspezifische Templates, APIs und Konnektoren, um die Erstellung von Business-Anwendungen zusätzlich zu vereinfachen.
Welchen Trends und Entwicklungen zeichnen sich bei Business-Anwendungen ab? Wird sich die Art, sie zu bauen, aber auch sie zu nutzen in näherer Zukunft ändern?
Absolut. Wir sehen schon heute den großen Einfluss, den KI auf den Software Development Lifecycle – SDLC – hat. Wenn KI in jede Phase des SDLC eingebettet wird, werden sich die Rollen in der IT und damit auch die Art und Weise wie Business-Anwendungen entwickelt werden, verändern. Es braucht umso mehr den Menschen, sein tiefes Branchenwissen und das nötige Fingerspitzengefühl, um KI-gestützte Anwendungen korrekt, sicher und regelkonform zu entwickeln und mit KI erstellte Apps auf Herz und Nieren zu prüfen. KI wird klare Effizienzgewinne bringen und die Entwicklung von Business-Anwendungen immens beschleunigen.
Wie können oder sollten sich Unternehmen und ihre IT-Organisationen auf diese Entwicklung einstellen?
Die rasanten Fortschritte bei generativer KI zeigen: Organisationen müssen den Wandel aktiv begleiten und IT-Fachkräfte darin unterstützen, ihr Aufgabenfeld neu zu denken – Technologien nicht als Bedrohung, sondern als Unterstützung bei Routinetätigkeiten zu begreifen. So entstehen Freiräume für höherwertige Aufgaben.
Mit der technologischen Dynamik verändern sich auch Kundenerwartungen und Ansprüche an die Customer Experience – und das muss sich in einem hochagilen Software Development Lifecycle widerspiegeln.
Dazu braucht es kontinuierliches Upskilling technischer und nicht-technischer Mitarbeitender. In Zeiten von Fachkräftemangel sind interdisziplinäre Teams – wie bei der Low-Code-Entwicklung – entscheidend, um unterschiedliche Perspektiven wirksam einzubinden. Denn der Mensch bleibt unersetzlich. Nur wer seine Mitarbeitenden befähigt, kann neue Technologien in sinnvolle Anwendungen übersetzen und im Wettbewerb bestehen.
it&d business Redaktion





Kommentare