Der SAP Quality Award Talk: Standards als Transformationsmotor
- michaeldvorak30
- 24. Nov. 2025
- 11 Min. Lesezeit
Vier Projektverantwortliche der diesjährigen Preisträger und ein Gastgeber von SAP im Talk über Prozesse als Hebel für Effizienz, Überblick, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit und über Ziele und Mehrwerte von Digitalization. Das Panel: Andreas Falbesoner (Eurogast Österreich), Anette Jelen-Csokay (Haus der Barmherzigkeit), Stefanie Reichhartinger (Frauscher Sensortechnik), Alexander Schillinger (RHI Magnesita) und Manuel Prinz (SAP).

Am Anfang des Talks stehen vier Erfolgsprojekte in Sachen Digitale Transformation aus unterschiedlichsten Branchen und Unternehmensstrukturen – vom global aufgestellten Konzern und Weltmarktführer bis zum agilen mittelständischen regionalen Player und vom Gesundheitsbereich bis zur Technologiebranche.
Die Erfolgsprojekte
Eurogast, die führende Gastronomie-Großhandelsgruppe Österreichs, vereinheitlichte, zusammen mit SAP-Partner CNT, auf Basis von SAP CX, die Kundenbetreuung sowie Sales-, Service- und Marketingprozesse. Ergebnis ist eine zentrale Plattform, die Mehrwert für Kunden und Mitarbeitende schafft und die es ermöglicht, Customer Experience durchgängig zu gestalten und zu optimieren.
Mit der Einführung von SAP SuccessFactors als zentralem, globalen HR-System in der Cloud hat die Frauscher Sensortechnik GmbH ihre weltweiten Prozesse erfolgreich digitalisiert. In enger Zusammenarbeit mit SAP-Partner Flexso for People GmbH entstand eine Lösung, die über 700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in mehr als 15 Ländern die Arbeit spürbar vereinfacht. Durch enge Schnittstellen zu SAP S/4HANA und weiteren Systemen wurden Effizienz, Transparenz und Datenqualität nachhaltig gesteigert und damit die Basis für eine moderne und agile Organisation geschaffen.
Mit der Einführung eines modernen HR-Informationssystems als Full-Cloud-Lösung bildet das Haus der Barmherzigkeit, einer der größten gemeinnützigen Anbieter von Pflege und Betreuung für chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen, sämtliche End2End-Prozesse des Employee Lifecycle digital ab. Ziel dabei war die Standardisierung digitaler Prozesse für über 2.000 Mitarbeitende an mehr als 30 Standorten. Begleitet durch ein umfassendes Schulungs- und Supportkonzept und mit der Unterstützung von CNT Management Consulting überzeugt das System durch eine benutzerfreundliche Web- und App-Oberfläche mit hervorragender User Experience.
RHI Magnesita hat mit SAP RISE – Lift & Shift eine der größten IT-Transformationen seiner Geschichte gestartet und den ersten Teil erfolgreich realisiert: die Migration der kompletten SAP ECC-Landschaft – 12 SAP-Landschaften mit 36 Systemen – in die SAP RISE Cloud. Rund 400 Kolleginnen und Kollegen von RHIM, SAP, Atos, AWS und weiteren Partnern aus 16 Ländern setzten das Projekt gemeinsam um und ermöglichten durch internationale Kooperation, stringente Governance und stabiles Cutover-Management einen Meilenstein für die weitere S/4HANA-Migration im Rahmen des globalen Programms für digitale Transformation bei RHI Magnesita.
Optimierte Customer Experience und vollständige digitale Transparenz

Für Eurogast ist Customer Experience ein ganz entscheidendes Thema: „Wir agieren als Großhandel für unsere Kunden und beliefern Hotellerie, Gastronomie und Großverbraucher“, sagt Andreas Falbesoner, Head of Group IT bei Eurogast. „Dabei betreuen wir knapp 40.000 Kunden mit etwa 200 Mitarbeitenden im Vertrieb und haben knapp 40.000 Produkte im Sortiment. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, unseren Vertrieb dabei zu unterstützen, möglichst strukturiert zu arbeiten.“
Dafür hat man sich entschlossen, eine neue Plattform einzuführen, die einen 360-Grad-Blick auf die Kunden ermöglicht. Die Vertriebsmitarbeiter:innen sollen in Kundengesprächen sofort alle nötigen Informationen zur Verfügung haben, um auf die Themen der Kunden auch im Detail eingehen zu können. Ein wichtiger Aspekt des Projekts war auch die Transparenz über die Kundenkommunikation und – zum Beispiel im Fall von Anfragen und Reklamationen – auch über den Bearbeitungsstatus.
„Gleichzeitig haben wir mit dem Projekt auch unseren Neukunden-Prozess komplett digitalisiert, was gerade in unserem volatilen Umfeld, in dem auf Kundenseite zum Beispiel laufend Inhaber und Pächter wechseln, sehr wichtig ist“,
ergänzt Falbesoner.
Konsolidierung und Zukunftsfähigkeit im Gleichklang
Im Haus der Barmherzigkeit war die IT-Landschaft historisch gewachsen – mit entsprechenden Insellösungen und Medienbrüchen. Dementsprechend ortete man mehrfachen Handlungsbedarf, den das Projekt abdecken sollte: Erstens, galt es die Prozesse End2End zu standardisieren und zu digitalisieren, zweitens, Zukunftssicherheit und Innovationsfähigkeit zu ermöglichen und zu sichern und drittens, auch als attraktiver Arbeitgeber zu wirken. Da es insbesondere im HR-Bereich an standardisierten IT-Prozessen mangelte, startete man dort.
„Wir haben dafür mit SAP SuccessFactors einen Full-Cloud-Ansatz gewählt, den wir in zwei Phasen umgesetzt haben", erklärt CDO Anette Jelen-Csokay. „In der ersten Phase, die wir Anfang 2024 abgeschlossen haben, implementierten wir ECP, also Employee Central Payroll, Employee Central Stammdatenmanagement sowie Time und Absence Self-Service. In der zweiten Phase, die wir gerade finalisieren, führen wir Recruiting-, Onboarding- und Learning-Produkte ein. So haben wir den gesamten Employee Life Cycle in einem durchgängigen End2End-Prozess abgebildet und ermöglichen unseren sieben Standorten mit großen Pflegeheimen und Pflegekrankenhäusern und einer Reihe weiterer Einzelstandorte von HABIT mit der zentralen HR optimal in Verbindung zu treten."
Zugleich hat das System auch zu einer besseren Übersicht verholfen. So hatte man bis zu diesem Projekt zwar eine Sicht auf die Kostenstellen, aber für die Aufbauorganisation und die entsprechenden Planstellen hat diese Sicht gefehlt, was es unmöglich machte, Genehmigungsprozesse durchgängig abzubilden. Das ist nun umgesetzt.
Globale Prozessdigitalisierung
Auch bei Frauscher Sensortechnik war eine gesamtheitliche Sicht gefragt – Projektziel war und ist nicht weniger als das gesamte Unternehmen zu digitalisieren und auf diese Weise die Effizienz nachhaltig zu steigern. Zum einen will man das durch die Implementierung von SAP S/4HANA sowie weiteren Subsystemen erzielen und zum anderen durch die Einführung von SAP SuccessFactors als zentrales System, um bestehende Insellösungen zu reduzieren.

„Dabei war es für uns wichtig, im Vorfeld zunächst einmal eine klare Vision zu definieren, uns konkrete Ziele zu setzen und ein übergreifendes, starkes Projektteam zu etablieren", sagt Stefanie Reichhartinger, die als Project Lead Global Human Resources & Digitalization bei Frauscher agiert..
„Ein zentraler Faktor war dabei der Bedarf für eine globale Lösung, weil wir weltweit Standorte haben und auf der neuen Plattform alle Mitarbeiter:innen und Daten tagesaktuell integriert werden sollen, unabhängig, wo jemand sitzt oder wo Daten anfallen. Dafür war auch die Integrationsfähigkeit mit anderen bestehenden Systemen eine zentrale Voraussetzung, um nun eine HR- Lösung zu haben, die wirklich global genutzt werden kann."
Höhere Resilienz durch Standardisierung und Automatisierung
Die globale Sicht hatte man bei RHI Magnesita schon länger. 2017 hatte man mit RHI und Magnesita die Nummer eins und die Nummer drei auf dem Weltmarkt und zugleich auch sehr heterogene Prozess- und Systemlandschaften weltweit erfolgreich zusammengeführt. „Allerdings haben wir bei den danach einsetzenden globalen Ereignissen, wie etwa der Supply-Chain-Krise, festgestellt, dass unsere Prozesse noch resilienter werden müssen", sagt Alexander Schillinger, Senior Vice President Digital Transformation. „Deshalb haben wir über zahlreiche Projekte hinweg daran gearbeitet, die Standardisierung und Automatisierung zu verbessern, sind aber letztlich zu der Erkenntnis gelangt, dass ein kompletter Neustart nötig ist."
Also hat man mit einem Greenfield Approach begonnen, der das Ziel hatte, alle Kernprozesse komplett neu zu designen und zu standardisieren. Dazu musste auch die gesamte Applikationslandschaft erneuert werden, weil das bestehende System nicht mehr auf die neuen Standards adaptiert werden konnte – für einen globalen Konzern eine enorme Herausforderung.
„Ein absoluter Schwerpunkt war dabei das Prozessdesign", erzählt Schillinger.
„Der erste wesentliche Schritt war, unsere komplette bestehende SAP-Landschaft in Richtung RISE zu heben. Für uns war dies wichtig, um zu sehen, wie sich der Betrieb in einem kompletten Cloud-Environment verändert und wie sich dabei zum Beispiel die Sicherheitsaspekte darstellen.
Jetzt sind wir mitten im Piloten für die ersten Rollouts in einer 2-Tier-Landschaft, in der wir sowohl auf SAP Cloud ERP Private als auch auf SAP Cloud ERP Public setzen. Diese Struktur bildet die Voraussetzung für eine einheitliche Standardisierung und Automatisierung des Konzerns."
Standards als Erfolgsrezept
Trotz der unterschiedlichen Konstellationen bei all diesen Projekten sieht Talk-Gastgeber Manuel Prinz von SAP einige wesentliche Gemeinsamkeiten: „Eine ist zum Beispiel, klare Ziele zu definieren, die mit dem jeweiligen Projekt erreicht werden sollen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss Effekte bringen."
Und noch ein anderes übergreifendes Kriterium macht der Head of Market Development & Advisory bei SAP Austria aus, nämlich, dass Standards als echter Hebel genutzt werden, um wirklichen Business Impact für das gesamte Unternehmen zu schaffen.
„Mit Insellösungen lassen sich zumeist nur punktuelle Teilerfolge erzielen", sagt Prinz. „In der Regel lassen sich 80 Prozent der Unternehmensprozesse mit Standards abbilden und maximal 20 Prozent sind tatsächlich wettbewerbsdifferenzierend. Deshalb ist es entscheidend, sich Systeme und Prozesse wirklich genau anzuschauen: Wo ist Individualisierung tatsächlich notwendig und was können Standards schneller, stabiler und durchgängiger abdecken?"
Für Manuel Prinz sollte man sich auch in Bereichen wie der Logistik, der Supply Chain und der Produktion fragen, ob es wirklich Sinn macht und Vorteile bringt, hier vom Standard abzuweichen:
„Gerade, wenn es bei Projekten um Zuverlässigkeit geht und darum, zeitlich und budgetär im Plan zu bleiben, bringt Standardisierung massive Vorteile für Prozesse in mittelständischen Unternehmen genauso wie in Konzernen."
Tatsächlich differenzierende Prozesse?

Alexander Schillinger pflichtet Prinz aus seiner Erfahrung heraus bei: „Wenn wir von Standardisierung sprechen, bedeutet das, dass wir mehr als 90 Prozent unserer Prozesse im SAP-Standard betreiben werden.
Im Mittelpunkt unserer Überlegungen steht ganz klar die Frage: Mit welchen Prozessen, die wir abwickeln, können wir uns im Wettbewerb tatsächlich differenzieren, und wo decken wir damit spezifische Geschäftsmodelle ab? Wenn man das in einem Konzern genau betrachtet, bleiben hier letztlich relativ wenige Prozesse übrig, auf die das wirklich zutrifft."
Aus der Sicht des Senior Vice Presidents Digital Transformation ist bei Dingen wie beispielsweise der Einkaufsabwicklung eine Differenzierung vom Mitbewerb kaum möglich. Echte, strategische Wettbewerbsvorteile ortet er hingegen beim Thema Cost Competitiveness und die lassen sich für ihn gerade durch Standardisierung erzielen. Das gilt gerade auch für Unternehmenszusammenschlüsse. „RHI Magnesita akquiriert jedes Jahr mehrere Gesellschaften, was ohne Standards einfach nicht möglich wäre", sagt Schillinger. „Wenn man von Standards abweicht, bringt das in der Regel eher Nachteile als Vorteile."
Standardisierung als strategische Basis
Bei Eurogast setzt man durchaus auf Eigenentwicklungen – aber diese sehr gezielt ein.
„Uns ist wichtig, dass die Software, die der Kunde sieht – wie beispielsweise unser Webshop –, einen echten Unterschied machen soll und sie für die vielfältigen Kundenbedürfnisse maßgeschneidert ist. Bei allem, was im Hintergrund läuft, ist schon seit vielen Jahren unser strategischer Ansatz, auf Standardsoftware und dabei vor allem auf Cloud-Native-Anwendungen zu setzen."
Mit Aspekten wie Infrastruktur und Wartung möchte man sich bei Eurogast nicht beschäftigen müssen, sondern sich ganz auf die inhaltlichen Aspekte konzentrieren können. Gerade für das Thema Customer Experience baut man zu über 90 Prozent auf Standards auf und ist damit erheblich vorangekommen – das aktuelle SAP-Projekt ist dafür ein sehr gutes Beispiel: „Wir hatten ja davor kein CRM-System im Einsatz und waren hier quasi manuell unterwegs", erzählt Falbesoner. „Hier hilft uns nun ein standardisiertes System mit den entsprechenden Prozessen ganz massiv."
Auch bei Frauscher Sensotechnik galt es mit Hilfe von Standardisierung und Konsolidierung Basisarbeit zu leiten, um die gewünschte Effizienzsteigerung zu erzielen. „Wir haben unser Projekt über unsere verschiedenen Standorte hinweg weltweit gestartet", sagt Stefanie Reichhartinger.
„Die erste Herausforderung war hier einmal, im Zuge des Projekts alle Daten, die zum Teil in Excel-Listen oder anderen Dokumenten gesammelt waren, zusammenzuführen. Wir haben dazu einen iterativen Weg gewählt und die Daten schrittweise migriert.
Zunächst 25 Prozent der Daten, dann 50 Prozent – und uns nach jedem Schritt angesehen, wie sie im System integriert sind und ob es irgendwo Abweichungen oder Änderungsbedarf gibt. Erst danach haben wir die Datenmigration vollständig umgesetzt.".
Hohe und mehrfache Erwartungen an Standardisierung

Beim Haus der Barmherzigkeit waren die Anforderungen an Standards besonders hoch. Einerseits war die Standardisierung der IT-Landschaft an sich ein klares Projektziel. Gleichzeitig sollte sie eines der anderen großen Ziele nicht einschränken, nämlich flexibler Arbeitgeber mit fluiden Teams, dualen Führungsmodellen und ähnlichem zu sein, betont Anette Jelen-Csokay.
„Diese Anforderungen an die Flexibilität erzeugen Druck auf standardisierte Systeme, die das alles auch liefern müssen. Das Gute ist, dass sie das in den allermeisten Fällen auch können, auch wenn man dabei manchmal Kompromisse eingehen muss. Standardisierung bietet aber einen großen Mehrwert: Denn wir wollen uns zukunftssicher und innovationsfähig aufstellen. Alles, was wir jetzt implementieren, muss auch noch in fünf Jahren funktionieren."
Diesen Benefit von Standards erlebt man mit dem neuen System sehr deutlich, wenn mit jedem Release neue Funktionalitäten dazukommen, die sich auch viele Mitarbeiter:innen gewünscht haben. „Das macht uns als Arbeitgeber attraktiv", freut sich die CDO. „Bei etwaigen zusätzlichen Individualentwicklungen stellen solche Erweiterungen einen erheblichen Kostenfaktor dar, den es immer mitzubedenken gilt. Deshalb haben wir Customization dort fokussiert, wo sie wirklich notwendig ist und wo sie echten Mehrwert liefert."
Das tut sie beispielsweise im Recruiting mit höchstmöglicher Usability für die Bewerber:innen. Der Bedarf an Arbeitnehmer:innen ist in der Pflege besonders hoch. Hier gilt es also im besonderem Maße sicherzustellen, dass die IT-Systeme ihre Arbeit unterstützen, damit sie möglichst viel Zeit für die Pflege und Betreuung der Bewohner:innen haben.
Wie lässt sich der Wert eines Projekts festmachen?
Angesicht der gleichermaßen konkret wie vielfältigen definierten Ziele, stellt sich die Frage, wie sich der tatsächlich erzielte Business Value eines Projekts evaluieren lässt – ein Aspekt, der auch für den SAP Quality Award ein wesentliches Bewertungskriterium darstellt.
Bei RHI Magnesita hat man sich vor der Entscheidung, ob ein Greenfield Ansatz überhaupt Sinn macht, sehr intensiv mit diesem Aspekt befasst. Dazu hat man im Detail erhoben, was sich bei welchen Prozessen verändern wird und welche Effekte damit erzielt werden sollen: Wo wird die Effizienz gesteigert, wo können Synergien gehoben werden?
„Diese Analyse hat ein dreiviertel Jahr gedauert und hat sich über alle globalen Regionen erstreckt", schildert Alexander Schillinger. „Am Schluss haben sämtliche Regional Presidents unterschrieben, dass der dabei identifizierte Mehrwert das Ziel ist, das mit dem Greenfield-Projekt erreicht werden soll – das war sehr wichtig.
Am Ende des Tages wird man nämlich nicht daran gemessen, ob man ein System eingeführt hat, sondern inwieweit man das Value-Versprechen eingelöst hat – mit oder ohne System. Das neue System und der neue Prozess sind nur der Weg dorthin, und der ist mit dem Commitment des Konzern-Leaderteams nun erschlossen."
Erfolgsschlüssel für die Digitale Transformation
Neben dem Mehrwert, den die mit dem SAP Quality Award prämierten Projekte in vielfältiger Form für ihre Unternehmen und Organisationen erzielen konnten, haben sie alle noch eines gemeinsam: Sie sind nur ein Schritt auf dem jeweiligen Weg zur Digitalen Transformation.
Für Andreas Falbesoner geht es dabei vor allem darum, durch die Einführung neuer Software, die Grundlage dafür zu schaffen, um in der Zukunft wettbewerbs- und anpassungsfähig zu sein: „Genau das ist ja auch das Ziel unseres Projekts und unseres neuen Systems. Für uns gilt es jetzt, auf dieser Grundlage mit nächsten Schritten aufzubauen. Zum Beispiel mit AI Use Cases, die wir in unser initiales Projekt bewusst noch nicht reingenommen haben, um die Komplexität überschaubar zu halten. Wenn wir aber die Basis – auch mit den entsprechenden Daten – ausgebaut haben, sind genau diese AI Use Cases das nächste große Thema. Gerade unsere vielschichtigen Kundenbeziehungen sind dazu prädestiniert, uns im Vertrieb und bei der Customer Experience durch den Einsatz von AI entscheidend weiterzuentwickeln."
Auch für Anette Jelen-Csokay wird KI künftig einen wesentlichen Beitrag für die – aus ihrer Sicht stark prozessgetriebene – Digitale Transformation leisten. Zunächst geht es für sie aber darum, die Prozesse ohne Medienbrüche darstellen zu können: „Hier liegt großes Potenzial für Zeit- und Kosteneinsparungen.
Zugleich gilt es, die Prozesse noch ein Stück mehr aufzubrechen und sich anzusehen: Was brauchen wir wirklich? Was ist notwendig und was können wir uns sparen? Was kann ich künftig vielleicht mit einem Knopfdruck erledigen, weil die Prozesse im Hintergrund von KI-Agenten bearbeitet werden können? Ich denke, dass es gerade in Sektoren wie der Pflege entscheidend sein wird, dass wir unsere Zeit auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren."
Für Stefanie Reichhartinger gilt es vor allem, den Nutzen ganzheitlich zu betrachten: „Die Digitale Transformation ist ein riesiges Thema, das alle Bereiche im Unternehmen betrifft – dementsprechend viele Hürden und Herausforderungen tun sich dabei natürlich auf. Umso bedeutsamer ist es, den Blick auf die langfristige Wirkung zu richten: Wie kann man echten Mehrwert für das Unternehmen schaffen, indem man die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit wirklich substanziell steigert?"
Auch Alexander Schillinger betrachtet es ganzheitlich: „Natürlich lassen sich Benefits generieren, indem man an einzelnen Stellen automatisiert. Aber der grundlegende Mehrwert entsteht, wenn man das System als Ganzes betrachtet – und wenn man dieses System auch ändert und dafür bestehende Prozesse über Bord wirft."
Bei RHI Magnesita hat man aktuell 150 AI Use Cases in der Pipeline – viele davon verändern aber nur einen kleinen Entscheidungsprozess. Für eine wirkliche Transformation geht es aus Schillingers Sicht darum, „sich von einzelnen Tools und Einzelentscheidungen zu lösen und das ganze Ecosystem zu verstehen und neu zu denken." Genau dafür legt man im Konzern jetzt die Grundlage.

Der Blick für das Ganze ist auch für Manuel Prinz ein entscheidender Erfolgsschlüssel:
„Wenn man wirkliche Mehrwerte für den generellen Unternehmenserfolg generieren will, muss Digitalisierung letztlich immer bereichsübergreifende Effekte erzielen."
Prinz führt aber auch noch einen anderen Erfolgsschlüssel für die Digitale Transformation ins Treffen – einen, der vielleicht nicht so spannend und spektakulär klingt, aber aus seiner Sicht eine absolute Voraussetzung dafür, ist, um solch einen übergreifenden Nutzen zu ermöglichen: „Ohne eine fundierte Datenstrategie werden auch noch so innovative Technologien und noch so tolle KI-Tools keinen echten Nutzen generieren können, weil sie weiter in Silos und Insellösungen verhaftet bleiben."
it&d business Redaktion, Moderation & Text: Michael Dvorak, Fotos: Lisa Resatz





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